Rheinische Post: Mord, Mordlust und der Mob
ID: 608220
es also nicht nur in Wildwest-Filmen oder in Riad, sondern auch in
Emden, Ostfriesland, wo die versammelte Rachsucht sich über einen
unschuldigen Kapuzenpulli-Jüngling im Polizeigewahrsam hermachen
wollte. Es bleibt eben doch eine menschliche Konstante: Der Lack der
Zivilisation ist hauchdünn. Ein Kratzer nur, schon zeigt sich der
Homo sapiens als Kreatur. Nicht nur der Strafverteidiger und
Bestsellerautor von Schirach weiß: Gelegenheit macht Mörder, und
Tötungsvorsatz hatte nicht nur der noch unbekannte Mädchenmörder von
Emden, sondern auch der durch soziale, teilweise asoziale Netzwerke
aufgewiegelte Lynchjustiz-Mob. Zu schnell werden jetzt Kripo und
Staatsanwaltschaft an den Pranger gestellt, nachdem der zu Unrecht
Verdächtigte dazu nicht länger taugt. Blut war im Wasser, die Haie
(übrigens auch in manchen Medien) wurden rasend. Die Fahnder wollten
einen blitzschnellen Erfolg. Übereifer schade nur, sagt man. Er hat
einem Unschuldigen schwer geschadet. Aber was hätte man Polizei und
Justiz, die Indizien für dringenden Tatverdacht zu haben glaubten,
vorgehalten, wenn sie dem 17-Jährigen die U-Haft erspart hätten?
Emden zeigt leider auch dies: Die rechtsstaatliche Unschuldsvermutung
ist ein flüchtiges Ding; wirklich nur etwas für Sonntagsreden?
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2621
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.03.2012 - 20:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 608220
Anzahl Zeichen: 1578
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 301 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rheinische Post: Mord, Mordlust und der Mob"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Rheinische Post (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus mag keine Vergleiche mit Toni Kroos und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. "Beide sind große Spieler, die eine Ära des deutschen Fußballs geprägt haben. Natürlich ist es faszinierend, wie Kroos die Kontrolle über ein Spiel hat, und alles, was er
Ex-Nationalspieler Uwe Rahn an Darmkrebs erkrankt ...
Der frühere Nationalspieler und Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, Uwe Rahn, ist an Darmkrebs erkrankt. Das sagte der 58-Jährige im Interview mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Die Diagnose war für mich natürlich ein Schock. Da der Krebs fortgeschritten
NRW-Oppositionsführer Kutschaty fordert Ende von Armin Laschets "Stop-and-Go-Politik" ...
Kurz vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag dringt die SPD-Landtagsfraktion auf einen klaren Kurs der nordrhein-westfälischen Landesregierung: "Armin Laschet muss seine Strategie überdenken und rauskommen aus dieser Stop-and-Go-Politik. Lock
Weitere Mitteilungen von Rheinische Post
Rheinische Post: Benzinpreis-Ärger ...
Mehr noch als um den Benzinpreis muss man sich in diesen Tagen um die FDP sorgen. Großen Ärger stiften sie beide: Der Benzinpreis bei den Autofahrern. Und die FDP bei den 11200 Schlecker-Mitarbeitern, denen sie nach der Pleite der Drogerie-Kette die weiche Landung in einer Transfergesellschaft
Lausitzer Rundschau: Zu viele gehen leer aus Ein Jahr Bildungspaket für arme Kinder ...
Seit genau einem Jahr steht das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder armer Eltern im Gesetzblatt. Aber in der Öffentlichkeit wird immer noch über die Umsetzung der nicht mehr ganz so neuen Regelungen gestritten. Verwundern kann das nicht. Schließlich handelt es sich bei der Reform um das Re
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Ungeklärter Mordfall von Emden Schlimme Hetze HUBERTUS GÄRTNER ...
Wenn ein Kind sexuell missbraucht und womöglich sogar getötet wird, dann sind nahezu alle Menschen völlig zu Recht entsetzt, empört und betroffen. Auch der Wunsch nach Rache keimt umgehend bei vielen auf. Doch ein Rechtsstaat muss Rache unterbinden. Für Schuldspruch und Strafmaß sind einzig
Westfalen-Blatt: Bund für Umwelt und Naturschutz in Nordrhein-Westfalen fordert: Jagd nur noch in Ausnahmefällen zulassen. Umweltminister Johannes Remmel plant ökologisches Jagdgesetz. ...
Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) plant ein ökologisches Jagdgesetz. Während die 80 000 Jäger im Land empört sind, gehen die Vorstellungen des Ministers nach Meinung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband NRW, noch nicht weit




