Westfalen-Blatt: Dioxin-Eier: Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holsteinüberprüft Meldepflicht eines Kieler Labors.
ID: 614552
(NRW) werden zum bundesweiten Präzedenzfall. Erstmalig kommt das nach
dem Dioxin-Skandal im vergangenen Jahr verschärfte Lebensmittelgesetz
zur Anwendung. Das berichtet das Bielefelder Westfalen-Blatt
(Donnerstags-Ausgabe). Wegen eines möglichen Verstoßes gerät auch ein
Kieler Labor ins Visier. Dort waren im Auftrag der Vertriebsfirma aus
Euskirchen, Hennes Eierhof, die Eier aus Stemwede untersucht worden.
Das Labor (LUFA ITL) hatte am 15. März die über dem zulässigen
Höchstwert liegenden Dioxinwerte nach Euskirchen gemeldet, aber nicht
den zuständigen Behörden, schreibt die Zeitung. Das
schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium habe erst am 27.
März von den Befunden erfahren, sagte Sprecher Christian Seyfert dem
Westfalen-Blatt. Das Ministerium prüft, ob dies ein Verstoß gegen das
jüngst verschärfte Lebensmittel- und Futtermittelgesetz ist. Demnach
müssen bei einer »begründeten Annahme« einer Grenzwertüberschreitung
auch die Behörden informiert werden. Bislang reichte es, den
Auftraggeber - also den Betrieb - zu informieren. Streitpunkt ist, ob
diese »begründete Annahme« vorlag. Das Prüflabor sieht kein
Versäumnis: »Wir sind der Meldepflicht vorschriftsgemäß
nachgekommen«, sagte Geschäftsführer Dr. Paul Wimmer der Zeitung.
Eine zweite Probenentnahme vom 15. März hatte Dioxin-Werte über dem
Auslösewert, aber unterhalb des Höchstgehaltes aufgewiesen. Das Labor
beruft sich auf diese niedrigeren Werte, die nach Ansicht des
Instituts noch kein Einschalten der Behörden erforderlich gemacht
hätten, schreibt das Westfalen-Blatt. Zudem habe sich das Labor
bestätigen lassen, dass keine Eier aus Stemwede mehr in den Handel
gebracht worden seien. Mindestens 7000 Eier waren aber aufgrund eines
»Etikettierungsfehlers« noch von Euskirchen ausgeliefert worden. Das
Kieler Ministerium ist daher alarmiert. »Quelle der Verunreinigung
hätte das Futter sein können. Das hätte man dann umgehend
sicherstellen müssen«, sagte Ministeriumssprecher Seyfert. Aufgrund
der verspäteten Meldung sei dies aber gar nicht möglich gewesen. Wie
sich später herausstellte, war das Futter nicht belastet. Die
Herkunft des dioxinähnlichen PCB ist weiterhin unklar. »Mit den
Ergebnissen der Bodenproben aus Stemwede ist erst Anfang nächster
Woche zu rechnen«, sagte Wilhelm Deitermann, Sprecher des
NRW-Umweltministeriums der Zeitung. Seit Tagen anhaltende
Mutmaßungen, dass eine ehemalige Mülldeponie in der Nähe des Hofes
Ursache sein könnte, bezeichnete er als »bislang reine Spekulation«.
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Datum: 11.04.2012 - 20:30 Uhr
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