Umweltschützer bringen 1.967 Nadelbäume zu Bayerns Forstminister /
Greenpeace legt EU-Beschwerde gegen Bayerns Rechtsverstöße in Buchenwäldern ein
ID: 614695
protestieren Greenpeace-Aktivisten heute Morgen in München. 1.967
junge Nadelbäume der Baumart Douglasie haben sie vor dem Bayerischen
Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
aufgebaut. Vergangenen Dienstag hatten Aktivisten die Setzlinge in
einem Natura 2000-Schutzgebiet im Spessart sichergestellt und durch
junge Buchen ersetzt. Mit dem Protest fordern die Umweltschützer
Bayerns Forstminister Helmut Brunner (CSU) auf, die falsche
Bewirtschaftung wertvoller Laubwälder zu stoppen. "Buchenwälder sind
keine Industrieforste, Herr Brunner!" steht auf ihrem runden Banner.
"Wenn Minister Brunner tatenlos zusieht, wie Douglasien in ein
Schutzgebiet gepflanzt werden, dann hat er offensichtlich die
Kontrolle über die Waldwirtschaft verloren", sagt Gesche Jürgens,
Waldexpertin von Greenpeace.
Gegen den Verstoß der Natura 2000-Richtlinie in deutschen Wäldern
reicht Greenpeace heute Beschwerde bei der Europäischen Union ein.
Bereits der Anbau weniger Douglasien gefährdet geschützte Laub- und
Buchenwälder. Ihr schnelles Wachstum beeinträchtigt den ökologischen
Wert der alten Laubwälder und das Landschaftsbild innerhalb weniger
Jahrzehnte. Auch Kahlschläge führen zu einer deutlichen
Verschlechterung. Das belegt ein Gutachten vom Büro für angewandte
Waldökologie im Auftrag von Greenpeace (http://gpurl.de/Gutachten).
Europäische Natura 2000-Gebiete dienen dem Erhalt bzw. der
Wiederherstellung gefährdeter Lebensräume und Arten.
Forstwirtschaft: Naturfern und orientierungslos
Im bayerischen Spessart haben Greenpeace-Aktivisten dokumentiert,
wie schützenswerte Buchenwälder systematisch mit Douglasien
unterpflanzt werden. Zudem deckten sie Kahlschläge in alten
Laubwäldern auf. Die unabhängige Umweltschutzorganisation
dokumentiert dies mit selbst erstellten Karten und Grafiken in dem
heute veröffentlichten Abschlussbericht (http://gpurl.de/Bericht).
"Minister Brunner muss endlich auch Bayerns Verantwortung für den
Waldschutz anerkennen und zehn Prozent der öffentlichen Waldflächen
aus der forstlichen Nutzung nehmen", fordert Jürgens.
Die Nadelbaumart Douglasie kommt ursprünglich aus Nordamerika und
wurde im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht. Natürlicherweise kommt
sie in Buchenwäldern nicht vor. In der Forstwirtschaft sind die
Nadelbäume sehr gefragt, weil das schnell wachsende Holz rasche
Gewinne bringt.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Gesche Jürgens, Tel.
0171-8787833, oder Pressesprecherin Simone Miller, Tel. 0171- 8706
647. Fotomaterial von der Aktion und Luftbilder der Wälder erhalten
Sie unter Tel. 040-30618 376, Videomaterial unter Tel. 0177-2992 227,
auch als Download vom ftp-Server. Greenpeace-Pressestelle: Telefon
040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet:
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Datum: 12.04.2012 - 09:21 Uhr
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Umwelttechnologien
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