Neue OZ: Kommentar zu ExxonMobil / Fracking
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Der Imagewandel ist geschafft: Der Weltkonzern ExxonMobil, der
Fragen nach strittigen Methoden brüsk ablehnte und seine Strategie
lange als streng geheim betrachtete, stellt Betriebspläne ins
Internet und sich selbst dem Dialog mit den Bürgern. Nun sammelten
die Gasförderer Sympathien mit dem Versprechen, wegen von
Wissenschaftlern aufgestellten Kriterien auf mögliche, laut
Rechtslage legal erzielbare Gewinne zu verzichten.
Die ExxonMobil-Konzernlenker sind aber nun nicht plötzlich
Gutmenschen: Sie handeln weiter aus reinem Eigennutz. Das kann
niemand Unternehmern vorwerfen, ist aber der einzige Grund für ihre
neue Kommunikationsstrategie. Weil sie sich aktiv an die Spitze der
Debatte setzen, können sie die Agenda mitbestimmen - und
Schlupflöcher offen halten: wie die potenzielle Förderung auch in
Wasserschutzgebieten der Klasse III. Diese würden die Experten
tolerieren, falls beim Fracking Unfälle ausbleiben.
Deshalb muss man sich in Erinnerung rufen, dass es allein
engagierte Bürger waren, welche diese offene Debatte initiierten. Nur
deswegen hat nun die erste Studie Verbotszonen für diese Technologie
definiert. Zwei weitere werden folgen. Damit diese Restriktionen aber
auch endlich in Gesetzesform gegossen werden, braucht es weiter die
kritische Öffentlichkeit.
Die Zeiten, sich Gehör zu verschaffen, sind aufgrund der nahenden
Wahlkämpfe in Land und Bund günstig. Und die Argumente für ein neues
Bergrecht - getragen vom Umweltschutzgedanken, mit
Schadensersatzgarantien für Geschädigte der Gasförderung - sind gut.
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Datum: 25.04.2012 - 22:00 Uhr
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