Genehmigung zur Elbvertiefung erteilt
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Genehmigung zur Elbvertiefung erteilt
Kniefall vor der Containerschifffahrt: WWF, NABU und BUND kritisieren Genehmigung zur Elbvertiefung. / Umweltverbände erwägen Klage.
Der Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung durch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel und die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr wird von den Umweltverbänden BUND, NABU und WWF in einer gemeinsamen Stellungnahme harsch kritisiert. Kurzfristige ökonomische Interessen würden, so der Vorwurf der Verbände, stärker gewichtet als der dauerhafte Schutz ökologischer Ressourcen und den Interessen der Anwohner an der unteren Elbe. "Die Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses ist ein "Kniefall" der Wasser-Schifffahrtsdirektion vor den Interessen der Containerschifffahrt", kritisiert Beatrice Claus vom WWF Deutschland. Die Umweltverbände werden in den nächsten Wochen den 2500 Seiten dicken Planfeststellungsbeschluss prüfen und dann entscheiden, ob sie gegen die Genehmigung klagen werden. Nach Auffassung von WWF, NABU und BUND kann eine Elbvertiefung durch eine effizientere Aufgaben- und Arbeitsteilung der deutschen Seehäfen vermieden werden, ohne den Wirtschaftsstandort Hamburg zu schädigen. "Mangelnde Kooperation zwischen den Häfen geht letztlich zu Lasten der Natur und des Steuerzahlers", kritisiert WWF-Expertin Claus.
Eine weitere Vertiefung der Flussmündung der Elbe vergrößere die Sauerstoffprobleme, verschlimmert das Fischsterben und führt zur Versalzung von Süßwasserlebensräumen. Außerdem verschlechterten sich die Strömungs- und Transortverhältnisse von Sedimenten und ökologisch wertvolle Flachwasserzonen würden vernichtet. Für Fische wie Finte, Nordseeschnäpel und Meerforellen, den europaweit geschützten Schierlingswasserfenchel sowie für seltene und einmalige Lebensräume wie den Tideauwald werde die Situation immer prekäre. Eine Vertiefung, die zu einer derartigen Verschlechterung der ökologischen Situation führt, verstößt gegen das europäische Naturschutzrecht. Massive Kritik wird seitens der Verbände auch an vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen nach nationalem und europäischem Recht erhoben. Diese seien in weiten Teilen fachlich ungeeignet und im Umfang ungenügend, so BUND, NABU und WWF einhellig.
Hintergrund Die Elbe wurde seit 1818 bereits achtmal vertieft und befindet sich schon heute in einem schlechten ökologischen Zustand. Die ökologische Belastbarkeit ist überschritten. Die europäischen Naturschutzrichtlinien wie die Wasserrahmenrichtlinie und die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie verpflichten Deutschland Maßnahmen zu ergreifen, um wieder einen guten Zustand zu erreichen. Derzeit wird in Wilhelmshaven ein Tiefwasserhaven für die weltgrößten Containerschiffe gebaut. Nach der Elb- und Weservertiefung werden dann Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven auf Kosten der Steuerzahler und der Natur um die weltgrößten Schiffe konkurierren.
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Datum: 26.04.2012 - 17:45 Uhr
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