Westdeutsche Zeitung: Die Bürger können den Gürtel nicht noch enger schnallen
Urnengänge sind Ohrfeige für Merkel =
von Anja Clemens-Smicek
ID: 632954
insbesondere Angela Merkel nach den Wahlen in Frankreich und
Griechenland umtreiben. Denn in letzter Konsequenz waren beide
Urnengänge auch eine Ohrfeige für die Politik der mächtigsten Frau
Europas. Haushaltssanierung und Reformen sind fraglos die wichtigsten
Elemente, um der europäischen Schuldenkrise Herr zu werden. Doch mit
dem kompromisslosen Konsolidierungskurs, den die Bundeskanzlerin den
europäischen Schuldenstaaten diktiert, hat sie die Leidensfähigkeit
der Menschen ausgereizt - und schlichtweg überschätzt. In
Griechenland braut sich durch die harten Sparauflagen der
internationalen Gläubiger und die tiefste Rezession seit Ende des 2.
Weltkriegs ein explosives Gemisch zusammen. Die Arbeitslosigkeit ist
so hoch wie seit 60 Jahren nicht mehr, die Einkommen sinken rapide,
die Mittelschicht ist quasi weggebrochen. Auch in Frankreich haben
die Menschen den wirtschaftlichen Abstieg vor Augen. Sowohl der neue
französische Präsident François Hollande als auch die radikalen
Kräfte in Griechenland haben ihren Erfolg vor allem dem Versprechen
zu verdanken, der Gängelung durch Brüssel ein Ende zu bereiten.
Richtig ist, dass Haushaltssünder diszipliniert werden müssen. Die
Bürger aber können den Gürtel nicht noch enger schnallen. Auch
deshalb wird es nicht leicht für Angela Merkel, das europäische
Schiff auf Kurs zu halten. Mit dem Abschied von Nicolas Sarkozy
bricht der Kanzlerin ein wichtiger Verbündeter im Kampf für den
Fiskalpakt weg. Trotzdem wird der berühmt-berüchtigte
deutsch-französische Motor nicht ausgehen. Zum einen, weil längst
nicht jedes Wahlversprechen Hollandes der bitteren Realität und ihren
Zwängen standhalten wird. Zum anderen, weil Merkel wie auch der neue
Präsident wissen, dass sie eine Schicksalsgemeinschaft bilden, ohne
die Europa nicht aus der Krise kommt. Dennoch müssen Merkel und alle
anderen europäischen Staats- und Regierungschefs die Bürger künftig
besser mitnehmen. Sie müssen die richtige Balance finden zwischen
Haushaltsdisziplin, Wachstum und Konjunkturprogrammen. Die Zeit
drängt. Und wer zu spät kommt, den bestraft - wie man am Sonntag
erleben konnte - der Wähler.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.05.2012 - 19:54 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 632954
Anzahl Zeichen: 2656
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 265 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Die Bürger können den Gürtel nicht noch enger schnallen
Urnengänge sind Ohrfeige für Merkel =
von Anja Clemens-Smicek"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
Südwest Presse: KOMMENTAR · EUROLAND ...
Am Morgen danach war hohe Zeit der Schwarzmaler und Unkenrufer. Euroland am Ende, Europäische Union vor der Spaltung - nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland triumphierten erst einmal diejenigen, die ohnehin schon immer wussten, dass alles schief geht. Euro-Kurs und Aktienpreise rauschte
Neue Westfälische (Bielefeld): Wirtschaftshistoriker Abelshauser warnt Europa vor einheitlicher Wirtschafts- und Finanzpolitik ...
Der Bielefelder Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser warnt Europa trotz der akuten Eurokrise vor einer zentralen Wirtschafts- und Finanzpolitik. "Das wäre verheerend für den Wohlstand in Europa", sagte Abelshauser der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Dienstagsausg
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Umbruch in Europa Schicksalstage eines Kontinents THOMAS SEIM ...
Nun haben Franzosen und Griechen gewählt - und Europa kann nicht mehr weitermachen wie bisher. Ganz gleich, ob man wie die Kanzlerin jegliche Politik-Veränderungen rundheraus ablehnt oder nicht: Mit den politischen Veränderungen in Griechenland und Frankreich steht das europäische Projekt vo
RNZ: Im Schatten - Kommentar zu Rösler/FDP ...
Von Christian Altmeier Es hätte der jüngsten Provokation von Wolfgang Kubicki gar nicht mehr bedurft. Selbst wenn der neue Held der Liberalen dazu bereit gewesen wäre, sich neben dem Parteivorsitzenden in Berlin zu präsentieren, hätte sein Erfolg nicht auf Rösler abgestrahlt. Zu deutli




