Westfalenpost: Kommentar zu Gesellschaft / Der einsame Tod / Die Fälle häufen sich /
Von Harald Ries
ID: 638478
Geschichten hören von Menschen, die Wochen, Monate, Jahre tot in der
Wohnung lagen, ohne dass sie vermisst wurden, ohne dass ein Nachbar
etwas gemerkt hat. Die Fälle häufen sich. Weil mehr Menschen in
unserer kinderarmen Gesellschaft ohne Familie sind. Weil Job- und
Wohnungswechsel Beziehungslosigkeit fördern. Weil ein wachsender
Bevölkerungsanteil in der Stadt lebt. Vielleicht gerade wegen der -
in Fällen wie dem aktuellen in Hagen beklagten - Anonymität. Nicht
jeder sucht das tägliche Gespräch mit Leuten, die zufällig nebenan
wohnen und freut sich über soziale Kontrolle. Dass sich immer mehr
Dinge ohne direkten menschlichen Kontakt erledigen lassen, hat Vor-
wie Nachteile. Der einsame Tod ist einer der vielen Preise, die wir
für die mehrheitlich gewünschte Individualisierung zahlen. Der
Appell, öfter mal nach dem Nachbarn zu schauen, ist naheliegend,
moralisch wertvoll, aber erfahrungsgemäß weitgehend wirkungslos. Weil
das meist gerade dort nicht funktioniert, wo es besonders nötig wäre.
Für ein bisschen Nachbarschaft als Kann-Angebot, für ein freiwilliges
Stück Dorf in der Hochhaussiedlung braucht es auch ein wenig
Organisation. Darum muss sich nicht zwingend der Staat kümmern. Weil
es nicht nur einsame Kranke gibt, sondern viele rüstige Rentner, die
für die Zivilgesellschaft noch viel leisten können. Und wollen. So
unterschiedlich Menschen auch leben: Die wenigsten sind gerne allein.
Nicht in der Wohnung, aber auch nicht im Krankenhaus und nicht im
Altenheim.
Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.05.2012 - 19:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 638478
Anzahl Zeichen: 1823
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 271 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Gesellschaft / Der einsame Tod / Die Fälle häufen sich /
Von Harald Ries"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Südwest Presse: KOMMENTAR · LINKSPARTEI ...
Stil von gestern Es kann noch dicker kommen: Nach den schweren Niederlagen bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen steht der Linkspartei jetzt aller Voraussicht nach ein veritabler Machtkampf ins Haus. Oskar Lafontaine deutet seine Bereitschaft an, die Parteifüh
Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zum Territorialstreit im Südchinesischen Meer ...
Der Streit um mehrere Inselgruppen im Südchinesischen Meer erreicht schrittweise immer höhere Stufen der Eskalation. China, Taiwan, die Philippinen, Vietnam, Malaysia und Brunei streiten sich um unbewohnte Eilande auf hoher See wie Scarborough oder die Spratly-Inseln und stoppen teils mit Mil
Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zu Griechenland ...
Wenn Euroland als Raum einer gemeinsamen, stabilen Währung überleben will, muss die griechische Mitgliedschaft ein schnelles Ende finden. Dazu braucht man Regelungen. Die müssen allgemeingültig sein - für den Fall, dass noch ein Land beim Sparen das Handtuch wirft. Ohne Kosten und Risiken i
CS Euroreal - Entscheidung der Anleger ist gefragt ...
Das Credit Suisse Asset Management soll mit dem offenen Immobilienfonds CS Euroreal, dessen Anteilsausgabe und -rücknahme seit mittlerweile zwei Jahren ausgesetzt ist, den Versuch, die Anleger am 21. Mai 2012 nun selbst über das Schicksal des Fonds entscheiden zu lassen, planen. Dafür sollen ab




