NABU gegen großflächigen Gifteinsatz in deutschen Wäldern

NABU gegen großflächigen Gifteinsatz in deutschen Wäldern

ID: 638941

NABU gegen großflächigen Gifteinsatz in deutschen Wäldern



(pressrelations) -
Tschimpke: Einsatz von Insektiziden im sensiblen Ökosystem ist unverantwortlich

Berlin ? Der NABU hat zum sofortigen Stopp des Einsatzes von Gift gegen sogenannte "Forstschädlinge" im Wald aufgefordert. Die Landesforstverwaltungen in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben damit begonnen, per Hubschrauber großflächig Insektizide über Wäldern zu versprühen. Als Grund wird ein verstärktes Auftreten von Eichenprozessionsspinner, Nonne sowie dem Kleinen und Großen Frostspanner angegeben. Die Raupen dieser Schmetterlingsarten sollen durch das Fressen von Blättern und Nadeln zum Absterben der betroffenen Bäume führen. Bei den Insektiziden handelt es sich um artenunabhängig wirkende Mittel wie Karate Forst flüssig (Kontakt- u. Fraßgift) und Dimilin 80 WG (Häutungshemmer, Fraßgift).

"Die Mittel töten nicht nur die von der Forstwirtsschaft als Schädlinge degradierten Schmetterlingsraupen, sondern auch die natürlichen Gegenspieler, wie Raupenfliegen, Schlupfwespen und Waldameisen. Der Einsatz von Gift im wertvollen und stark vernetzten Ökosystem Wald ist unverantwortlich", kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Nach Angaben der entsprechenden Ministerien werden Schutzgebiete und Gewässerbereiche von den Bekämpfungsmaßnahmen ausgenommen. Wie dies allerdings im praktischen Einsatz vermieden werden soll, so dass die Pestizide nicht ins Wasser gelangen, ist fraglich. Bekanntlich gibt es in den Wäldern eine Vielzahl von Quellen, Entwässerungsgräben sowie kleine und große Gewässer wie Tümpel und Seen. Die verwendeten Mittel werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als "sehr giftig für Wasserorganismen" eingestuft. Beide Präparate können in Gewässern langfristig schädliche Wirkung haben. Auch für den Menschen kann es durch Einatmen oder Verschlucken der Insektizide zu Gesundheitsschäden kommen.

Unsere Wälder müssen mit einer Vielzahl zunehmender Stressfaktoren zurechtkommen, die ihre Widerstandsfähigkeit herausfordern, wie Grundwasserabsenkungen, durch den Klimawandel verursachte Hitzeperioden und zunehmende Sturmereignisse. Massenvermehrungen von blatt- und nadelfressenden Insekten hat es schon immer gegeben. Besonders naturnahe Laubmischwälder können auf Grund ihrer Anpassungsfähigkeit gut mit den zunehmenden klimatischen Herausforderungen umgehen und sind wenig anfällig für Massenvermehrungen einzelner Insektenarten.



"Mit der Rundumschlag-Methode, dem kurzfristigen Einsatz von höchst bedenklichen Pestiziden, wird das Problem langfristig nicht gelöst werden. Im Gegenteil, es werden neue Probleme geschaffen. Die Auswirkungen auf den Wald und seine Bewohner sind nur schwer abschätzbar", so NABU-Waldreferent Stefan Adler.

Der NABU rät der Forstwirtschaft dringend, zügig stabile und strukturreiche Laubmischwälder aufzubauen. "Im Zuge des Klimawandels werden auf Grund höherer Temperaturen und damit längerer Wärmeperioden Insektenkalamitäten vor allem in reinen Nadelholzbeständen weiter zunehmen. Einzig der Verlust von Holzzuwächsen, wie von der Forstwirtschaft befürchtet, rechtfertigt nicht den Einsatz der Breitband-Pflanzenschutzmittel", so Adler.


Rückfragen
Stefan Adler, NABU-Waldreferent, mobil 0172-2832663
Im Internet zu finden unter www.NABU.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Dennenesch Zoudé neues Kuratoriumsmitglied von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Menschen für Menschen (BILD) Europa auf dem Weg in die Post-Demokratie
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 15.05.2012 - 11:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 638941
Anzahl Zeichen: 3569

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 330 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU gegen großflächigen Gifteinsatz in deutschen Wäldern"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NABU - Naturschutzbund Deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

NABU: Ramsauer will von desaströser Amtszeit ablenken ...
Miller: Forderung nach Abschaffung des Verbandsklagerechts ist billiges Mittel Berlin - Der NABU beurteilt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, das Verbandsklagerecht einzuschränken oder gar abzuschaffen, als billiges Mittel, um von seiner desaströsen Amtszeit abzulenken.

Weiße Riesen mit schwarzer Weste - NABU startet Fotowettbewerb zur Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe ...
Berlin - Schwarze Rauchsäulen aus den Schloten von Kreuzfahrtschiffen - Wer dies in diesem Sommer beobachtet, sollte am besten gleich zur Kamera greifen. Denn der NABU ruft dazu auf, die enorme Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zu dokumentieren. "Noch immer pustet jedes vermeintliche Tr

Artenschutz/International: Erster Schneeleopard tappt in NABU-Fotofalle im kirgisischen Tien Shan Tennhardt ...
aaten müssen sich auf globalen Schutzplan verständigen Berlin/Bischkek - Ein stattlicher Schneeleopard ist in eine der 18 Fotofallen getappt, die der NABU erst vor wenigen Wochen im kirgisischen Tien Shan installiert hat. Das bis zu 7439 Meter hohe im Norden des Landes gelegene Hochgebirge ist


Weitere Mitteilungen von NABU - Naturschutzbund Deutschland


Aigners Rollback durch die Hintertür ...
WWF: Deutsches Landwirtschaftsministerium torpediert EU-Agrarreform Berlin/Brüssel - Eigentlich war die Richtung klar: die Auszahlung der 40 Milliarden Direktzahlungen, mit denen die EU jährlich die europäischen Bauern unterstützt, sollten künftig an Umweltauflagen gekoppelt sein. Nach Inf

Raubbau an der Natur geht unvermindert weiter ...
"WWF Living Planet Report 2012": Menschheit verbraucht 1 ½-mal so viele Ressourcen, wie die Erde bereit hält Berlin - Patient Erde. Im Vorfeld des Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 macht der WWF den Gesundheitscheck. Das Ergebnis ist alarmierend: Die Plünderung der natürlichen Ressour

airberlin startet verbessert ins Jahr 2012 ...
CEO Mehdorn: Effizienzprogramm "Shape Size" zeigt deutliche Wirkung Höherer Umsatz, gesteigerte Auslastung, besseres Nettoergebnis Bessere Zahlen trotz Mehrkosten für Kerosin und Luftverkehrsteuer Ein positives Fazit hat Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft a

ÖDP verurteilt Nahrungmittelspekulationen ...
"Der Allianzkonzern ist einer der Großspekulanten auf Nahrungsmittel und damit mitschuldig am Hunger in den ärmeren Regionen dieser Welt." Diese Feststellung trifft Ludwig Maier, Sprecher des Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz in der Ökologisch-Demokratischen

Wissenschaftler wehren sich gegen überhöhte Publikationsgebühren ? Piratenpartei fordert Open Access ...
Die Piratenpartei Deutschland begrüßt den Schritt der Fakultät für Mathematik der Technischen Universität München, alle abonnierten Zeitschriften des Elsevier-Verlages ab 2013 abzubestellen. Auch die Harvard Universität fordert ihre Wissenschaftler auf, in OpenAccess-Journalen zu veröffent


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z