NABU: Wertstofftonne noch in dieser Legislaturperiode einführen
ID: 640174
Wertstofftonne ausgesprochen und an Bundesumweltminister Röttgen
appelliert, so schnell wie möglich ein Wertstoffgesetz auf den Weg zu
bringen und in dieser Legislaturperiode zu beschließen. Die
Wertstofftonne soll der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack nachfolgen
und neben Verpackungen auch andere Kunststoffe und Metalle aufnehmen.
Experten im Auftrag Röttgens haben jetzt aufgezeigt, dass durch
Anpassung an den Stand der Technik in Sortier- und
Aufbereitungsbetrieben erheblich mehr Abfall recycelt statt verbrannt
werden kann. Die am Montag vom Umweltbundesamt erstmals vorgestellten
Studienergebnisse zeigen, dass in Deutschland erheblich mehr
Kunststoffe, Metalle und Verbunde recycelt werden können, wenn höhere
Recyclingziele im zukünftigen Wertstoffgesetz festgelegt werden.
"Das geplante Wertstoffgesetz ist für den Investitionsstau in der
Abfallwirtschaft der einzig mögliche Treiber. Große private und
öffentlich-rechtliche Entsorgungsunternehmen liegen falsch mit der
Annahme, dass sich die ökologischen Verbesserungen auch ohne ein
baldiges Wertstoffgesetz einstellen werden", sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Höhere Recyclingziele, so die Experten im Auftrag des
Umweltbundesamtes, würden zu einem Aufrüsten bei den Sortier- und
Aufbereitungsanlagen führen. Werden zusätzlich die bisherige
Verpackungsentsorgung der Gelben Tonne, des Gelben Sacks oder der
Wertstoffhöfe zu einer Wertstoffsammlung weiterentwickelt, bei der
alle Kunststoffe und Metalle bundesweit einheitlich und haushaltsnah
gesammelt werden, erhöht sich der Nutzen für die Umwelt weiter. Die
Studienergebnisse zeigen, dass so nicht nur wertvolle Rohstoffe
gespart werden können, sondern jährlich auch nahezu 750.000 Tonnen
klimaschädliches Kohlendioxid vermieden werden können. Aus diesem
Grund fordert der NABU eine schnelle Einführung des neuen
Wertstoffgesetzes.
"Wenn die Natur mit dem Wertstoffgesetz geschützt werden kann und
es für Verbraucher einfacher wird, nicht mehr nach Verpackung oder
Nicht-Verpackung, sondern nach Kunststoff und Metall, also nach
einzelnen Materialien und Stoffen zu sortieren, gibt es keine
plausiblen Gegenargumente mehr, das Wertstoffgesetz zu verzögern -
erst recht nicht für die dabei mitbestimmenden Bundesländer", so
NABU-Recyclingexperte Benjamin Bongardt.
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
Dr. Benjamin Bongardt, Referent für Umweltpolitik, Tel.
030-284984-1619
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Datum: 16.05.2012 - 11:37 Uhr
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