BERLINER MORGENPOST: Mit einem Bauernopfer ist es nicht getan - Leitartikel von Christine Richter

BERLINER MORGENPOST: Mit einem Bauernopfer ist es nicht getan - Leitartikel von Christine Richter

ID: 641048
(ots) - So sieht eine Vollbremsung aus: Der
Hauptstadtflughafen BER wird nun erst am 17. März 2013, also neun
Monate später als ursprünglich geplant, eröffnet. Nicht nach der
Sommerpause, wie der Aufsichtsratsvorsitzende der
Flughafengesellschaft, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit
(SPD), noch in der letzten Woche nach der überraschenden Verschiebung
der BER-Eröffnung wegen mangelnden Brandschutzes mutmaßte. Auch nicht
zum Winterflugplan Ende Oktober dieses Jahres, wie es die
Fluggesellschaften erhofften. Nein, der Schaden ist so groß, die
Bauarbeiten so weit im Rückstand, dass die politisch Verantwortlichen
jetzt lieber auf Nummer sicher gehen. Zumal eine BER-Eröffnung mitten
in einem womöglich strengen Winter mit Eis und Schneestürmen
erhebliche Risiken birgt. Die Entscheidung für eine März-Eröffnung
ist bitter für die Fluggesellschaften und die Einzelhändler, die am
BER eine neue Zeit beginnen wollten. Aber sie ist richtig. Genauso
wie der Beschluss des Aufsichtsrats, sich von dem Chefplaner zu
trennen, dem Technikvorstand Manfred Körtgen. Der trotz des
BER-Großprojekts noch Zeit gefunden hat, nebenbei zu promovieren.
Aber Körtgen ist, so viel ist jetzt schon klar, nicht der Einzige,
der für die Schlampereien und den Bauverzug die Verantwortung trägt.
Da gibt es noch den Flughafenchef Rainer Schwarz, der auch erst in
letzter Minute - dreieinhalb Wochen vor der geplanten Eröffnung - die
Brandschutzprobleme erkannte. Der auch beschönigte und Ende Februar
die Warnungen, der Eröffnungstermin sei nicht zu halten - wie sie die
Beratungsgesellschaft McKinsey und der TÜV Rheinland äußerten -,
offensichtlich ignorierte. Und auch Wowereit und der brandenburgische
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) können sich jetzt nicht aus
der Verantwortung stehlen. Sie stellen sich derzeit so dar, als seien


sie die Betrogenen, als hätten sie im Aufsichtsrat immer die
richtigen Fragen gestellt und seien stets belogen worden. Warum
vertraute der Aufsichtsrat Schwarz eigentlich noch, der ja schon für
die erste Verschiebung der Flughafeneröffnung verantwortlich war?
Warum forderten sie keinen Mann im Vorstand der
Flughafengesellschaft, der ausschließlich für das Bauprojekt BER da
war? Schwarz musste sich ja auch um den Alltag in Tegel und
Schönefeld (Alt) kümmern, war viel unterwegs, um die
Flughafengesellschaft zu präsentieren. Warum gab es keinen, der Tag
für Tag auf der Baustelle war? Und wenn es jetzt heißt, es sei ein
Fehler gewesen, Planung und Kontrolle in einer Hand zu lassen, dann
fragt man sich schon, in welchem Jahrhundert ein solches
Mammutprojekt realisiert wird. Für Berlin ist ein großer Imageschaden
entstanden. Das ist schlimm und wahrlich kein Grund zur Häme.
Schlimmer noch wird der wirtschaftliche Schaden sein. Wie hoch die
Schadenersatzforderungen der Fluggesellschaften ausfallen, ist zwar
noch unklar. Die Verschiebung auf März 2013 wird aber sicherlich eine
hohe dreistellige Millionensumme kosten. Der Aufsichtsrat hat in
seiner langen Nachtsitzung die ersten richtigen Entscheidungen
getroffen. Mehr aber auch nicht. Wowereit & Co. müssen noch viele
Fragen beantworten - zu ihrer Rolle und Verantwortung, zu
Flughafenchef Schwarz. Und das vor dem 17. März 2013.



Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST
Chef vom Dienst
Telefon: 030/2591-73650
bmcvd@axelspringer.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  DER STANDARD - Kommentar RNZ:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.05.2012 - 19:36 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 641048
Anzahl Zeichen: 3711

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 215 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BERLINER MORGENPOST: Mit einem Bauernopfer ist es nicht getan - Leitartikel von Christine Richter"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BERLINER MORGENPOST (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

"Berliner Morgenpost" Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den

"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den

"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den


Weitere Mitteilungen von BERLINER MORGENPOST


DER STANDARD - Kommentar "Jenseits des Heldenplatzes" von Colette M. Schmidt ...
Die Bilder scheinen bei einer offiziellen Bundesheerfeier entstanden zu sein: Junge Rekruten schreiten in Uniform zur Kranzniederlegung, vorbei an älteren Herren in Habtachtstellung. Doch was im oststeirischen Gniebing auch gefeiert wurde, waren Kampfhandlungen der Wehrmacht. Konkret wurde von den

Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug "Märkische Oderzeitung" Frankfurt (Oder) zu Merkel/Röttgen ...
"Spätestens seit Seehofers Fernseh-Wut-Auftritt war klar, wie sehr es nach dem NRW-Debakel in der Union brodelte. Röttgens Rauswurf bedeutet für die Kanzlerin eine Art Selbstverteidigung. Nachfolger Peter Altmeier ist zwar als Umweltexperte noch nicht bekannt und trotzdem die bessere Wahl

Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug "Märkische Oderzeitung" Frankfurt (Oder) zu Flughafen Berlin/Brandenburg ...
"Wenn sich Wowereit und Platzeck jetzt damit reinwaschen, den geschönten Berichten der Controller vertraut zu haben und den Verzug allein Körtgen sowie der Planungsfirma anlasten, lenken sie von sich selbst ab. Beide haben einen noch nicht abschätzbaren Imageschaden mit zu verantworten, d

LVZ: Krings ist Favorit für Altmaier-Nachfolge in der Unions-Fraktion ...
Favorit für die Nachfolger von Peter Altmaier als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe), der bisherige Fraktionsvize Günther Krings. Der Innen- und Rechtsexperte Krings kommt au


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z