Neue OZ: Kommentar zu USA / Raumfahrt
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Alle sind sich einig: Der Start der privaten Dragon-Kapsel zur
Internationalen Raumstation ist eine besondere Wegmarke. Doch warum
eigentlich? Bei der Einordnung hilft ein Blick in die Geschichte: Die
großen Entdeckerfahrten vor vielen Hundert Jahren waren in gewisser
Weise staatlich finanzierte Projekte. Ohne das Geld der Monarchen
wären Magellan oder Columbus nie in See gestochen und hätten nie
unbekannte Länder entdeckt. Nach dieser Pionierphase waren es private
Unternehmungen, die den Gütertransport nach Übersee regelten. Das
Tagesgeschäft sozusagen.
So ist es auch mit der Raumfahrt: Ohne Steuermilliarden hätte
Astronaut Neil Armstrong nie einen Fuß auf den Mond gesetzt. Die
Internationale Raumstation würde nicht über unseren Köpfen durchs All
schweben. Der Schritt hin zum privatwirtschaftlichen Betrieb der
Versorgungsflüge ist sinnvoll. Auch das ist bei dem heutigen Stand
der Technik mittlerweile nicht mehr als Tagesgeschäft. Aus dem
sollten sich staatliche Raumfahrtorganisationen heraushalten und neue
Ziele ins Auge fassen, die die Privatwirtschaft nicht finanzieren
kann: die Landung auf einem Asteroiden oder gar auf dem Mars. Das
klingt zwar nach wie vor unrealistisch. Aber das waren
Transatlantikfahrten oder Flüge ins All vor langer Zeit auch noch,
bevor sie Tagesgeschäft wurden.
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Datum: 22.05.2012 - 22:00 Uhr
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