Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Musik
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Ministerin Wanka erwartet von den deutschen Berufsorchestern mehr
als nur schöne Konzerte. Die Musiker sollen die "öffentliche
Finanzierung legitimieren", gibt sie der Orchesterkonferenz in
Hannover mit auf den Weg. Die Ansage ist unmissverständlich; gemeint
ist: Kümmert euch um euer Publikum, erschließt neue Zuhörerschichten,
spult das ganze Programm der Musikvermittlung ab.
Konzerte zum Mittagessen und nach Feierabend, für Senioren und
Kleinkinder, auf Bahn- oder Hinterhöfen: Die Orchester sind bereits
ganz schön findig, um durch unkonventionelle Konzertformen auf sich
aufmerksam zu machen. Nun eignet sich Bruckners Achte nicht zur
Tafelmusik. Wer umgekehrt zum Lunch Boccherini hört, lässt sich noch
lange nicht auf ein abendliches Wagnis mit Brahms ein. Um das aber
den Orchestern und dem kundigen Publikum auch in Zukunft zu
gewährleisten, braucht es finanzielle Sicherheiten. Da die Kommunen
notorisch klamm sind, sollten sich die Orchester in einer weiteren
Disziplin üben: in der Akquise von Geld.
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Datum: 23.05.2012 - 22:00 Uhr
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