Mittelbayerische Zeitung: Todesstoß für einen Toten / Zum Aus für Schlecker
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ist alles andere als eine Überraschung. Denn, seien wir ehrlich: Eine
wirkliche Zukunft hatte der Discounter mit seinen Ramschläden auch
vor der Insolvenz nicht. Wenn Kunden die Wahl hatten, gingen sie in
aller Regel schon in der Vergangenheit bevorzugt zur nicht teureren,
aber aufgeräumteren Konkurrenz. Das miserable Image der
Schlecker-Filialen und letztlich des gesamten Konzerns ist aber nur
eine Seite der Medaille. Das längst nicht mehr zeitgemäße Management
der Drogeriemarktkette ist die andere. Anstatt die Mitarbeiter
zumindest über eine funktionierende Mitbestimmung einzubinden, setzte
die Unternehmensleitung jahrelang auf Konfrontation und warf den
Gewerkschaften jeden sich bietenden Knüppel in den Weg. Wenn die
Arbeitnehmervertreter jetzt in die Opferrolle schlüpfen und - wie am
Freitag geschehen - von "Wut, Trauer, Entsetzen und Enttäuschung"
sprechen, sind sie dennoch nichts anderes als Pharisäer. Denn durch
ihre, für die Schlecker-Struktur überzogenen Lohnforderungen haben
sie zu dem finanziellen Desaster des Konzerns beigetragen. Jetzt nach
dem Eingreifen der Politik zu rufen und ein entschiedenes Handeln zu
fordern, ist deshalb verfehlt. Hätten die Gewerkschaften mal selbst
gehandelt - richtig und rechtzeitig.
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Datum: 01.06.2012 - 19:34 Uhr
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