Neue OZ: Kommentar zu Internet / Datenschutz / Schufa
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Die Kreditauskunftskartei Schufa plant, Nutzer von Facebook zu
durchleuchten, um ihre Bonität zu prüfen. Das ist aus zwei Gründen
bedenklich. Zum einen, weil kein Unternehmen über eine so große Menge
an sensiblen, privaten Daten verfügen sollte, nicht auszudenken, was
bei einem Datenleck passieren könnte. Zum anderen, weil die Daten,
die sich die Schufa über Facebook besorgen würde, höchst fragwürdig
sind. Schon heute schätzt die Schufa die Kreditwürdigkeit
gelegentlich falsch ein, weil sie nicht nur Informationen von
seriösen Partnern wie Banken, Versicherungen und Händlern auswertet,
sondern auch nach dem Wohnort urteilt. Wenn die Auskunftei nun die
Beurteilung auf Facebook-Daten stützt, schadet sie sich selbst. Denn
die Nutzer können ihre Angaben jederzeit nach Belieben ändern. Viele
geben bewusst unrichtige Daten an. Die Schufa wird es sich auf Dauer
nicht leisten können, ihren Kunden falsche Angaben zu übermitteln, es
gibt noch andere Kreditauskunftskarteien.
Die Kritik der Datenschützer ist daher berechtigt. Trotzdem müssen
die Nutzer lernen, sich nicht selbst zum gläsernen Bürger zu machen,
indem sie alles über sich preisgeben. Was die Schufa über den
Einzelnen im Netz herausfinden kann, bestimmt jeder noch selbst.
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Datum: 07.06.2012 - 22:00 Uhr
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