Rheinische Post: Kommentar: Spaniens Getänzel
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beantragen - das ist die gute Nachricht aus Madrid. Endlich hat die
Regierung eingesehen, dass sie anders eine Staatspleite nicht
abwenden kann, die wegen der teuren Banken-Rettung immer näher rückt.
Entsprechend erleichtert reagierten gestern die Börsen. Doch die
Ernüchterung dürfte rasch folgen. Denn die Spanier sind weiter nicht
bereit, sich wie Griechen, Iren und Portugiesen unter die strenge
Aufsicht der Troika von Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und
EU zu begeben, die als Gegenleistung für Milliarden Sparprogramme und
Strukturreformen verlangt. Spaniens stolzer Ministerpräsident Rajoy
wünscht lieber eine sanfte Rettung: Er will erst mal nur so viel
Geld, dass er die Banken retten kann, dann muss er sich auch nicht an
Europas Kette legen lassen. Solches Getänzel mag beim Stierkampf
helfen, bei der Rettung der viertgrößten Volkswirtschaft Europas ist
es fehl am Platz. Dass das Land mit 25 Prozent die höchste
Arbeitslosenquote in Europa aufweist, zeigt, dass es nicht nur ein
Bankenproblem hat. Nachhilfe von der Troika in der Frage, wie man
Arbeitsmärkte reformiert, kann Rajoy durchaus vertragen. Nur so kommt
Spanien (und damit Europa) dauerhaft aus der Krise.
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Datum: 08.06.2012 - 21:28 Uhr
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