Die FDP verliertÄrzte und Zahnärzte als Unterstützer
ID: 661018
Ärzte, Zahnärzte und die Freidemokraten. Eine aktuelle Umfrage im
Ärztenetzwerk Hippokranet zeigt aber, dass die FDP in ihrer
Stammwählerschaft offenbar dramatisch verliert. Gaben früher fast 60
Prozent an, die FDP zu unterstützen, so sind es jetzt nur noch 17,5
Prozent, die für die FDP im kommenden Bundestagswahlkampf im Warte-
und Sprechzimmer werben wollen.
"Das ist auch kein Wunder: Viele Ärzte sind von der FDP
enttäuscht", sagt Dr. Michael D. Lütgemeier vom Ärztlichen
Sachverständigenrat für eine verantwortungsvolle Medizin in
Deutschland: "Versprach Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr vor der
Wahl noch hoch und heilig, das milliardenschwere Projekt
"Elektronische Gesundheitskarte" zu stoppen, ist davon jetzt nichts
mehr zu hören. Alles geht so weiter, wie IT-Industrie und
Krankenkassen es wollen. Ich persönlich habe meinem MdB als
langjähriger FDP-Wähler bereits mitgeteilt, dass ich künftig die FDP
nicht mehr unterstützen werde".
"Viele Ärzte und Zahnärzte haben im Wartezimmer in den vergangenen
Wahlkämpfen engagiert für die FDP geworben - das ist weitgehend
vorbei", weiß Lütgemeier: "Die Ärzte sind es leid, vor der Wahl eine
Versprechung nach der nächsten aufgetischt zu bekommen, an die sich
die FDP nach der Wahl nicht mehr erinnert". Er habe mit Kollegen
gesprochen, die sogar über eine Anti-FDP-Werbung nachdächten.
Die Ergebnisse im Detail: Auf die Frage "Würden Sie im kommenden
Wahlkampf die FDP unterstützen?" antworteten von den befragten 857
Ärzten und Zahnärzten
42,2% "Habe ich früher gemacht, jetzt aber nicht mehr" 10,9% "Habe
ich noch nie gemacht, und das bleibt auch so" 17,5% "Ja" 24,2% "Nein"
5,3% "Politik gehört nicht in die Arztpraxis"
Das Online-Netzwerk Hippokranet.com ist älter als Facebook und die
gemeinsame Forums- und Netzwerkplattform der Fachinformationsdienste
Facharzt.de, Hausarzt.de sowie zaend.de. Insgesamt sind im
Hippokranet 50.000 Nutzer organisiert, es finden sich in unzähligen
Gruppen mehrere 100.000 Beiträge zu medizinischen, technischen und
gesundheitspolitischen Themen. Einzigartig im Internet: Die Plattform
wird von ihren eigenen Lesern finanziert. Mehr als 7.000 Abonnenten
zahlen freiwillig für die Nutzung, die sie auch kostenlos haben
könnten.
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Datum: 17.06.2012 - 08:55 Uhr
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