Lausitzer Rundschau: Keine stabile Regierung nach der Wahl in Griechenland in Sicht
ID: 661119
vielmehr die weltweite Aufregung, die sich um diesen Urnengang rankt,
machten den Wahlausgang in Athen zum Drama. Jetzt, wo das
Vorhersehbare feststeht und das EU-Mitglied weiterhin über keine
stabile, belastbare parlamentarische Mehrheit verfügt, folgt der
tatsächlich entscheidende Akt. Wenn die Börsen zunächst in Asien,
dann in Europa, schließlich in den USA den Wahlausgang zu
interpretieren versuchen, geht es nicht länger um die einige Hundert
Milliarden, die im Zusammenhang mit der griechischen
Staatsverschuldung und der Kapitalflucht aus dem Land infrage stehen.
Diese Verbindlichkeiten sind zu verkraften, und wie sich Griechenland
letztlich verhält, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Es
geht vielmehr darum, wohin am Montagmorgen angesichts der
verbleibenden Unsicherheiten die Billionen, die rund um den Globus
vagabundieren, gelenkt werden. Es geht um Spanien, Portugal und
Italien und tatsächlich um die Zukunft des Euros. Aber darüber wird
nicht in einer Wahl entschieden. Darüber wird in einem zähen Ringen
zwischen der Politik und der Finanzwelt entschieden. Tatsächlich wird
die Fixierung auf die Griechenland-Wahl nur verständlich vor dem
Hintergrund der Verwirrung derer, die gerne als die Akteure auf den
Märkten bezeichnet werden. Sie zeichnen sich allerdings weniger durch
Aktionen als vielmehr durch zum Teil fast schon panische Reaktion
aus. Sie suchten nach einem Fixpunkt, einer klar erkennbaren Tendenz.
Erklärlich ist dieses irrationale Verhalten sicher teilweise durch
den Schock, den die Lehman-Pleite auslöste. Tatsächlich aber geht es
bei der Euro-Krise nicht in erster Linie um das Schicksal der
Bankenwelt, sondern um die Frage, wie Staaten mit ihren Notenbanken
reagieren. Da herrschen trotz der Verflochtenheit der
Volkswirtschaften andere Mechanismen. Die Politik, allen voran die
Bundesregierung, müsste eine Menge gravierender Fehler machen, um die
Lage außer Kontrolle geraten zu lassen. Die USA, aber auch Japan
haben mit einer weit über europäische Verhältnisse hinausgehenden
Verschuldungspolitik Erfolg gehabt, ohne dass sich dies nachhaltig
auf den Geldwert ausgewirkt hätte. Die Entscheidungsstrukturen in
Europa, aber auch die deutsche Angst vor der Inflation haben bisher
verhindert, dass bei der Euro-Krise eine ähnliche Lösung gesucht
wurde. Dafür wird zumeist und, zumindest teilweise zu Unrecht, vor
allem Angela Merkel die Schuld gegeben. Die Bundesrepublik hat
schließlich bislang von ihrem Kurs profitiert. Wenn sie jetzt das
rechte Maß zwischen dem Druck auf Reformen und wirksamen
Wachstumsimpulsen finden sollte, wird schon bald keiner mehr über die
verwirrenden Verhältnisse in Athen reden. Das Drama geht also weiter
- allerdings auf einer anderen Bühne. Und die Chancen für einen guten
Ausgang stehen nach wie vor nicht schlecht.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.06.2012 - 21:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 661119
Anzahl Zeichen: 3307
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 274 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Keine stabile Regierung nach der Wahl in Griechenland in Sicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
"hart aber fair" am Montag, 18. Juni 2012, 21.00 Uhr, live aus Berlin ...
Moderation: Frank Plasberg Das Thema: Griechenland am Abgrund - der Euro bald einen Schritt weiter? Die Gäste: Hermann Gröhe (CDU-Generalsekretär) Dirk Müller (Börsen- und Finanzexperte, "Mr. Dax", Bankkaufmann und Börsenhändler, Buchautor "Cashkurs") Cos
OV: Strahlende Zukunft Thema: Schadensersatz für Atomausstieg Von Angelika Hauke ...
Das war zu erwarten. Die Energiekonzerne werden auf Verträge pochen, den entgangenen Gewinn hochrechnen und Geld aus der Staatskasse fordern. Angesichts der horrenden Milliardengewinne in den letzten Jahrzehnten schon eine Unverschämheit. Gewinne werden kassiert, Verluste verlagert. Und wenn es
OV: Szenen eines Bürgerkriegs Thema: Die Lage in Syrien Von Dirk Dasenbrock ...
Angeblich herrscht seit dem 12. April in Syrien Waffenruhe. Angeblich. In Wirklichkeit herrscht Mord und Totschlag. Wer immer noch glaubt, Kofi Annans Friedensplan hätte irgendeinen Bezug zur Realität, ist nicht blauäugig, sondern auf beiden Augen blind. In Syrien herrscht längst Bürgerkrie
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom ...
Merkels unprofessionelle Energiepolitik Schon gleich nach dem abrupten Atomausstieg hatten RWE und Eon eine Klage in Aussicht gestellt. Jetzt steht erstmals eine Schadenersatzsumme im Raum: rund 15 Milliarden Euro. Sollte das Verfassungsgericht den Energiekonzernen recht geben, wäre das ein




