Rio darf nicht zum Gipfel der Unverbindlichkeit werden -
WWF fordert Zeitalter des Grünen Wirtschaftens
ID: 662185
über 20.000 Delegierte aus aller Welt in Rio de Janeiro auf dem
UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten
Weltgipfel am Zuckerhut schaut die Welt erneut nach Brasilien und
erhofft sich Lösungen für die wichtigste Frage: Wie schafft es die
Menschheit, in Zukunft nachhaltig zu leben und den wachsenden Hunger
nach Energie zu stillen, ohne dabei den Planeten zu Grunde zu
richten? "Die riesigen Erwartungen sind inzwischen auf ein Minimum
gesunken, aber die Welt darf sich nicht damit abfinden, den Gipfel
scheitern zu lassen", so Alois Vedder, der für den WWF Deutschland in
Rio mitverhandelt.
Die Vorverhandlungen stimmen wenig optimistisch. "Die
internationale Staatengemeinschaft versteckt sich bislang hinter
butterweichen Phrasen. Der derzeitige Verhandlungstext strotzt vor
vagen Aussagen, ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele sind nicht in Sicht".
Dennoch hofft der WWF, dass in den nächsten Tagen Bewegung in die
Verhandlungen kommt.
Es gelte eine "Green Economy" voranzubringen, die den Wert von
biologischer Vielfalt, Ökosystemleistungen und natürlichen Ressourcen
berücksichtigt, die mit dem Naturkapital effektiv und schonend umgeht
und deren Begrenztheit respektiert. Der Wert des natürlichen Kapitals
bzw. sein Verbrauch oder seine Schädigung sei in einer echten
Vollkostenrechnung, die über das Bruttoinlandsprodukt hinausgeht, zu
berücksichtigen und in die Bilanzen von Unternehmen und
Volkswirtschaften zu integrieren. "Die internationale
Staatengemeinschaft muss neue messbare, ambitionierte und glaubhafte
Nachhaltigkeitsziele festlegen und den Übergang in eine nachhaltige
Wirtschaftsweise, das Zeitalter des Grünen Wirtschaftens einleiten.
Nur so kann die Menschheit in Zukunft sozial gerecht, wirtschaftlich
tragfähig und innerhalb der natürlichen Grenzen unseres Planeten
dauerhaft versorgt werden", fordert Alois Vedder.
Der WWF erwartet von der Rio+20-Konferenz , dass die Institutionen
und Gremien, die auf UN-Ebene über Nachhaltigkeitspolitik diskutieren
und entscheiden, reformiert werden. Das Ziel einer solchen Reform sei
es, die Nachhaltigkeitsinstitutionen auf UN-Ebene zu stärken, um
konsequent den Weg in eine Green Economy zu ebnen.
Pressekontakt:
WWF World Wide Fund For Nature, Alois Vedder (in Rio), Tel.: 00 55 61
8334 6541; Jörn Ehlers,Tel: 030-311 777 422
E-Mail: joern.ehlers@wwf.de
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Datum: 19.06.2012 - 10:28 Uhr
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Berlin, Rio de Janeiro
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