Zertifikate-Ranking: Nachholbedarf bei Produktinformationsblättern
ID: 662240
der Anlageberatung empfohlene Produkte für den Kunden einfach
erläutern. Doch gerade in der Verständlichkeit erreichen die
wichtigsten Zertifikate-Anbieter durchweg schlechte Werte. Selbst die
Branchenbesten im Service kommen nur auf drei bis fünf von möglichen
zehn Punkten. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Emittentenrankings
von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit "Welt" und "Welt
am Sonntag".
Seit etwa einem Jahr sind Produktinformationsblätter (PIB)
gesetzlich vorgeschrieben. Doch die Umsetzung ist noch eher
mangelhaft. Einzig die BayernLB konnte die erforderliche Punktzahl
für die Schulnote "gut" erreichen. Auf Grundlage eines
Verständlichkeitsindex der Universität Hohenheim wurden die PIB auf
"inhaltliche Vollständigkeit und Richtigkeit" sowie "Verständlichkeit
der Texte" geprüft. Besonders in Sachen Verständlichkeit konnten die
Banken jedoch nur wenige Punkte sammeln, selbst die besten erreichten
gerade mal die Hälfte der möglichen Punktzahl. So hat die Commerzbank
mit einer Bewertung von 5,65 die verständlichsten
Produktinformationsblätter der gesamten Studie.
"Die Banken sind noch weit vom eigentlichen Ziel des
Verbraucherschutzes entfernt. Verständlichkeit und Vergleichbarkeit
sind noch lange nicht gegeben", sagt Dr. Stefan Naumann, Senior
Manager bei Steria Mummert Consulting und Leiter der Studie. "Das
Problem liegt vielfach in der Abstimmung. Die PIB sollen für den
Retailanleger verständlich sein und gleichzeitig den regulatorischen
Vorgaben Genüge tun."
Ein weiteres Problem der Emittenten ist die teilweise
unzureichende Quotierungsqualität. Hier bestehen Unterschiede
zwischen Emittenten, die stabil und permanent über die gesamte
Produktpalette fehlerfreie Quotes stellen und denjenigen, die hier
noch systemseitig aufholen müssen. "Doch gerade mit einer hohen
Quotierungsqualität könnten sich die Banken positiv vom Wettbewerb
abheben. Die Häufigkeit der veröffentlichten Mistrades in den
Börsenstatistiken lässt Rückschlüsse darauf zu, welche Emittenten
noch Nachholbedarf haben. Wer besonders häufig auftaucht, sollte
dringend seine IT-Systeme optimieren", sagt Dr. Stefan Naumann von
Steria Mummert Consulting.
Insgesamt belegte bei der Emittentenstudie zur Servicequalität die
Landesbank Berlin (LBB) den ersten Platz und erreichte als einzige
Bank ein "sehr gut" mit 88 von möglichen 100 Punkten. Es folgen in
den Top fünf die DZ Bank, HSBC Trinkaus, die Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW) und BNP Paribas. Neben den
Produktinformationsblättern wurde auch der Internetauftritt sowie zum
Beispiel die Reaktion auf Kundenanfragen per E-Mail oder Telefon
untersucht.
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Hintergrundinformationen
Insgesamt 21 Zertifikateanbieter wurden im aktuellen Ranking unter
die Lupe genommen. Sie decken rund 98 Prozent des Marktes ab. Von
Januar bis Mai 2012 wurden dabei Service und Transparenz mit E-Mails,
Telefonanrufen sowie einer gründlichen Untersuchung der
Produktplattformen der Emittenten getestet. Für guten Service gab es
max. 40 Punkte, für die Bewertung der Produktplattform und der
Produktdokumentation ebenfalls max. 40 Punkte. Die Bewertung der PIB
floß mit maximal 20 Punkten in die Bewertung ein.
Über Steria Mummert Consulting (www.steria-mummert.de) Steria
Mummert Consulting zählt zu den führenden Management- und
IT-Beratungsunternehmen im deutschen Markt. Als Teil der Steria
Gruppe mit 20.000 Mitarbeitern in 16 Ländern besitzt das Unternehmen
eine tiefe Kenntnis der Geschäftsmodelle seiner Kunden. Mit seinen
Business Services auf Basis modernster Informationstechnologie
ermöglicht Steria Mummert Consulting Unternehmen und Behörden ein
effizienteres und profitableres Arbeiten. In Deutschland und
Österreich beschäftigt Steria Mummert Consulting rund 1.700
Mitarbeiter an 9 Standorten - Hauptsitz ist Hamburg.
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Datum: 19.06.2012 - 10:45 Uhr
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