Neue OZ: Kommentar zu Europa / Kriminalität / Menschenhandel
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Sie machen Minderjährige mit Drogen gefügig und zwingen sie zum
Sex; sie entführen und verkaufen Babys wie Vieh; sie verschleppen
Kinder und Jugendliche in den Westen, wo sie in den Fußgängerzonen
betteln müssen; sie locken junge Frauen mit falschen Versprechungen
in die Bordelle: Menschenhändler gehören zur schlimmsten Sorte
Krimineller, denn sie sehen ihre Opfer als gewinnbringende Ware, die
es zu beschaffen, abzuliefern oder auszunutzen gilt.
Das skrupellose Geschäft ist für die Täter zudem mit nur geringem
Risiko, aber hohem Gewinn verbunden. Schleuser und Entführer sowie
organisierte Banden entwischen oft der Polizei oder entgehen einer
Strafe, weil die Beweislage zu dünn ist. Und die Opfer verweigern
zumeist aus Angst vor der Rache ihrer Peiniger die Aussage. Ein
Skandal, wie EU-Kommissarin Cecilia Malmström zu Recht sagt.
Skandalös ist zugleich, dass die EU erst jetzt mit drastischen
Mitteln den Kampf gegen Menschenhandel entschiedener führt. Aber
besser spät als nie: Alle Forderungen der Kommission, von härteren
Strafen bis zur raschen Vernetzung der Strafverfolgungsbehörden,
müssen umgesetzt werden. Endlich erhalten auch Präventions- und
Schutzmaßnahmen sowie die Unterstützung der Opfer mehr Beachtung. Wer
in die Fänge von Menschenhändlern gerät, leidet oft lebenslang an
Traumata und benötigt qualifizierte Hilfe.
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Datum: 19.06.2012 - 22:00 Uhr
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