Neue OZ: Kommentar zu Ernährung / Welthungerhilfe
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Die von der Welthungerhilfe präsentierten Spendensummen sind
angesichts der schwelenden Euro-Krise erstaunlich. Dass so viele
Menschen noch einige Euros lockermachen, obwohl gewiss nicht wenige
von ihnen selbst den Gürtel enger schnallen müssen, macht Hoffnung.
Darauf nämlich, dass das Gespür für Hilfe angesichts des Leids dieser
Welt nicht abhandengekommen ist.
So erleichtert allerdings eine Organisation wie die
Welthungerhilfe wegen der Zuwendungen sein dürfte: Die rosige Bilanz
kann über den Ernst der Lage nicht hinwegtäuschen. All die Millionen
an Euros und Dollars reichen offensichtlich nicht, um den Kampf gegen
Mangelernährung effektiv zu führen. Im Gegenteil: Das einst von den
UN als Millenniumsziel großspurig angekündigte Versprechen, bis 2015
die Zahl der Hungernden zu halbieren, war Augenwischerei. Der Anteil
weltweit ist in den vergangenen Jahren nur minimal gesunken und liegt
immer noch bei mehr als 900 Millionen Menschen und damit so hoch wie
die Zahl der Fettleibigen. Fast jeder siebte Erdenbürger hat nicht
genug zu essen. Jedes Jahr sterben deswegen fast neun Millionen
Kinder, Frauen und Männer, nahezu alle drei Sekunden ein Mensch. Nur
wenn es gelingt, die Landwirtschaft, insbesondere die Lage der
Kleinbauern, weltweit neu zu justieren, besteht die Chance auf
Veränderung. Millionenspenden können da nur ein Anfang sein.
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Datum: 26.06.2012 - 22:00 Uhr
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