Bau von Offshore-Windpark wird ausgebremst / Netzanschluss für Trianel Windpark Borkum verschoben
ID: 668016
Netzanschluss durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet wird sich
die Inbetriebnahme des Trianel Windparks Borkum bis zum 2. Quartal
2013 verschieben. Obwohl die Windenergieanlagen des Herstellers AREVA
Wind planmäßig geliefert werden konnten, führten Produktionsengpässe
bei einigen Zulieferern dazu, dass die Trianel Windkraftwerk Borkum
GmbH & Co KG (TWB) den gesamten Errichtungszeitplan für den Windpark
in der Nordsee neu ausrichten muss.
Tennet hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sich der
Netzanschluss um vier bis fünf Monate verspätet. Zudem lassen
dringend benötigte Offshore-Komponenten länger als geplant auf sich
warten. So hängt die Fertigung der 700 Tonnen schweren dreibeinigen
Fundamente (Tripods) durch die Georgsmarienhütte AG-Tochter Weserwind
AG ebenfalls deutlich hinter dem Zeitplan. Auch die Fertigstellung
der Umspannplattform, mit deren Hilfe der auf dem Meer erzeugte
Windstrom an Land gebracht wird und die eigene Stromversorgung
sichert, ist erheblich verzögert. Die Umspannplattform wird von
Alstom Grid verantwortet. Sowohl die Tripods als auch das Umspannwerk
sollen dennoch in 2012 installiert werden, die entsprechenden
Errichtungszeitfenster mit den Installationsunternehmen sind
vertraglich gesichert.
"Aufgrund der Gesamtsituation werden wir die Errichtungskampagne
für die Windenergieanlagen um mehrere Monate verschieben", erläutert
Klaus Horstick, Geschäftsführer der Trianel Windkraftwerk Borkum
GmbH, den neuen Zeitplan. Ursprünglich war die Fertigstellung der
ersten Ausbaustufe mit 40 Windkraftanlagen und einer Leistung von 200
MW für Ende des Jahres geplant.
Seit Baubeginn am 1. September 2011 war die Errichtung des Trianel
Windparks Borkum bisher planmäßig vorangeschritten. Ein halbes Jahr
nach Baustart hat die Jack-Up-Barge "Goliath" alle der insgesamt 120
Pfähle zur Befestigung der Tripods in den Meeresboden gerammt. Auch
der Hersteller der Windenergieanlagen (WEA) AREVA Wind liefert
planmäßig. Bereits im März dieses Jahres wurden von AREVA Wind die
ersten 20 von insgesamt 40 Gondeln für den Trianel Windpark Borkum
übergeben. Die einzelnen Komponenten der Windkraftanlagen -
Turmsegmente, Rotorblätter und die Gondeln - warten nun auf ihre
Endmontage. Derzeit werden die ersten Fundamente (Tripods) für den
Trianel Windpark Borkum zum Baufeld, 45 Kilometer nordwestlich vor
der Nordseeinsel Borkum, gebracht und in den Meersboden eingelassen.
Für die am Windpark beteiligten 33 Stadtwerke und Trianel werden
durch eine Verschiebung erhebliche Mehrkosten entstehen. "Derzeit
gehen wir von einer benötigten Nachfinanzierung in Millionenhöhe
aus", beziffert Geschäftsführer Klaus Horstick die voraussichtlich
entstehenden Kosten. "Unsere Gesellschafter haben sich mehrheitlich
dafür entschieden, gemeinsam diese Hürde zu nehmen und den Ausbau der
Offshore-Windenergie voranzutreiben."
Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen begrüßt
Trianel die Absicht der Bundesregierung, im Sommer einen
Gesetzentwurf vorzulegen, der insbesondere die Haftungsfragen löst
und den Ausbau der Offshore-Windenergie unterstützt. "Von den
aktuellen Problemen der noch jungen Offshore-Industrie ist die
gesamte Branche betroffen. Wenn der von der Regierung geplante Ausbau
gelingen soll, müssen die Investitionsrisiken minimiert werden", so
Horstick. Dessen ungeachtet werde Trianel alle nötigen Schritte
unternehmen, die durch die Verzögerungen entstandenen zusätzlichen
Kosten den Verursachern in Rechnung zu stellen.
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Elmar Thyen, Leiter Unternehmenskommunikation
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Datum: 27.06.2012 - 09:00 Uhr
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