TU Berlin: Abdampfen ins All
Studierende der TU Berlin für das DLR-Raketenprogramm STERN ausgewählt
Das Team aus Luft- und Raumfahrttechnik-Studierenden der TU Berlin entwickelt unter der Bezeichnung DECAN (Deutsche CanSat-Höhenrakete) eine Rakete, die eine Nutzlast von der Größe einer Cola-Dose in Höhen oberhalb von zehn Kilometern transportieren wird. Aufgrund der langjährigen Vorarbeiten des AQUARIUS-Teams am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin wird in der ersten Stufe der Rakete ein Heißwasserantrieb verwendet, bei dem das Wasser unter hohem Druck auf eine Temperatur von etwa 300 Grad Celsius gebracht wird. Der dabei entstehende umweltfreundliche Abgasstrahl treibt die Rakete mit Überschallgeschwindigkeit an. Für die zweite Stufe ist ein leistungsfähiger Antrieb mit chemischen Treibstoffen vorgesehen. Die Startmasse der etwa fünf Meter langen Rakete wird zwischen 100 und 150 Kilogramm betragen. Eine Telemetrie-Einheit soll die Flugdaten erfassen und diese in Echtzeit an eine Bodenstation senden. Außerdem planen die Studenten, ein wissenschaftliches Experiment als Nutzlast mitzunehmen. Auf diese Weise könnten beispielsweise innovative Kleinsatellitenkomponenten preiswert getestet werden.
Innerhalb des Projektes, bei dem die Studierenden von Dipl.-Ing. Michael Schmid, Wissenschaftler im TU-Fachgebiet Luftfahrzeugbau und Leichtbau, unterstützt werden, müssen die jungen Raketenbauer zeitlich und inhaltlich festgelegte Meilensteine erfüllen und an "Reviews" teilnehmen, in denen sie ihr Design gegenüber einer kritischen Zuhörerschaft vom DLR präsentieren und rechtfertigen müssen. So sollen die Studierenden alle üblichen Prozesse eines echten Projekts in der Raumfahrttechnik beziehungsweise bei der Entwicklung eines neuen Trägersystems durchlaufen. Das Projekt wird über drei Jahre gefördert.
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Datum: 03.07.2012 - 13:55 Uhr
Sprache: Deutsch
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