Trierischer Volksfreund: Mehr Rechte für ledige Väter - Leitartikel Trierischer Volksfreund, 05.07.2012
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ihre Kinder gegen Bedenken der Mutter bekommen. Das war überfällig.
Nicht nur, weil das Verfassungsgericht und der Europäische
Gerichtshof der Bundesregierung Beine gemacht haben. Wenn 33 Prozent
der Kinder heutzutage in nicht-ehelichen Beziehungen geboren werden,
dann muss die Rechtssprechung auch dieser Lebenswirklichkeit
angepasst werden. Dann ist es nicht mehr einzusehen, warum bei
unverheirateten Paaren der Vater kaum Rechte mit Blick auf sein Kind
hat, dafür aber jede Menge Pflichten.
Für das Kindeswohl sind Mutter und Vater gleich wichtig. Das
deutsche Sorgerecht hat diesen wichtigen Grundsatz, den die Politik
in ihren familienpolitischen Sonntagsreden gerne propagiert,
schlichtweg ignoriert. Seit Jahren wird zudem für die neue Rolle des
Vaters in der Familie politisch geworben. Mit Elterngeld und
Vätermonaten, was auch Paaren ohne Trauschein zusteht, wurde dieses
neue Bild vom Vater sogar parteiübergreifend forciert. Das Sorgerecht
hinkte dem stets hinterher. Gut, dass damit jetzt Schluss ist.
Es wird Frauen geben, die die Neuregelung nicht zuletzt wegen des
Entscheidungsdrucks, der unmittelbar nach der Geburt von ihnen
erwartet wird, ablehnen. Darüber sollte die Koalition auch noch
einmal nachdenken. Außerdem wird es Väter geben, denen man das
Sorgerecht besser nicht zuspricht. Dies zu beurteilen, obliegt nun
richtigerweise allein den Ämtern und Behörden. Auf dem Rücken der
Kinder werden sich Mutter und Vater künftig jedenfalls weit weniger
streiten können.
Pressekontakt:
Trierischer Volksfreund
Thomas Zeller
Telefon: 0651-7199-544
t.zeller@volksfreund.de
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Datum: 04.07.2012 - 19:48 Uhr
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