Michalk: Vorgeburtliche Gentests erhöhen den Druck auf Eltern von Kindern mit Behinderung
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"PraenaTest" in Deutschland auf den Markt bringen. Dieser Bluttest
soll bei ungeborenen Kindern insbesondere die Erbkrankheit Trisomie
21 anzeigen. Dazu erklärt die Behindertenbeauftragte der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk:
"Mit einem neuerlichen Testverfahren soll die Fahndung nach
Kindern mit Behinderung im Mutterleib vorangetrieben werden. Durch
die Möglichkeiten der Schwangerschaftsfrüherkennung geraten immer
mehr Eltern in den Konflikt, noch während der Schwangerschaft sich
für oder gegen das Leben ihres ungeborenen Kindes zu entscheiden. Es
steht außerdem zu befürchten, dass in Zukunft immer mehr Mütter, die
ein Kind mit so genanntem Down-Syndrom zur Welt bringen, in eine
Rechtfertigungsschleife geraten, warum sie die entsprechende
Diagnostik offenbar nicht genutzt haben.
Für den "PraeTest" müssen Eltern voraussichtlich 1250 Euro aus
eigener Tasche zahlen. Ob sich dieses vergleichsweise teure Produkt
auf dem hiesigen Markt durchsetzen wird, liegt daher auch in der Hand
der werdenden Mütter und Väter selbst. Sie steuern mit, ob sich das
neue Verfahren etablieren wird. Kein Test, der bisher auf dem Markt
ist, kann mit hundertprozentiger Sicherheit eine Behinderung
vorhersagen. Und damit liegt es in der Verantwortung der Eltern
sowie der behandelnden Ärzte, wie sie mit den Angeboten und
Ergebnissen der pränatalen Diagnostik umgehen. Die Gesellschaft muss
sich jedoch mit Urteilen gegenüber denjenigen zurückhalten, die auf
entsprechende Früherkennungsverfahren gänzlich verzichten.
Jedes Leben ist schützenswert, ob mit oder ohne Behinderung, ob
vor oder nach der Geburt. Eine tolerante und vor allem inklusive
Gesellschaft nimmt jedes Kind und jeden Menschen so auf, wie es oder
er ist. Wenn diese Haltung in allen Köpfen angekommen ist, besteht
Hoffnung, dass vorgeburtliche Selektionsverfahren auf dem Rückmarsch
sein werden."
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Datum: 05.07.2012 - 14:01 Uhr
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