Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Gemäldegalerie
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Mutig nach vorn, mit einem Schritt zurück. So lautet der neue
Wiegeschritt der Berliner Museumspolitik. Denn die neue Opulenz, mit
der die Bestände der Klassischen Moderne am Potsdamer Platz
präsentiert werden sollen, wird mit einem Verzicht bei den Alten
Meistern erkauft. Das ist ein heikles Vorhaben. Da es den neuen
Galeriebau noch nicht gibt, werden Schätze der Kunst auf Jahre im
Depot verschwinden. Das triste Beispiel der Münchener Graphischen
Sammlung belegt, wie lange Neubauten auf sich warten lassen können,
allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.
Seltsam genug, dass die Museumsplaner nicht zuerst das neue
Domizil der Alten Meister bauen, bevor sie ganze Bestände in Bewegung
setzen. Lockt der Publikumserfolg, den die Kunst der Klassischen
Moderne verspricht? Die Debatte um Museumskonzepte ist auch ein
Streit zwischen Präferenzen des Kunstgeschmacks. Moderne gegen
Klassik? Die Berliner Ausstellung "Gesichter der Renaissance" hat
gezeigt, dass auch Alte Meister das Publikum begeistern können. Die
Gemäldegalerie sollte deshalb unbedingt sichtbar bleiben.
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Datum: 05.07.2012 - 22:00 Uhr
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