Neue OZ: Kommentar zu Bildung / Lehrer / Kretschmann
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Einen echten Bildungsaufbruch hat Baden-Württembergs
Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Regierungsantritt der
Grünen zugesagt. Schon im Landtagswahlkampf zuvor gehörte neben dem
Stuttgarter Bahnhof die Bildung zu den bevorzugten Themen des
früheren Gymnasiallehrers. "Beste Bildung für alle" versprachen
dementsprechend Grüne und Sozialdemokraten auch in ihrem
Koalitionsprogramm. Sie wollten die Lernbedingungen verbessern und
Schulen besser ausstatten.
An diese Worte werden die baden-württembergischen
Regierungspolitiker jetzt erinnert und kritisch daran gemessen. Hätte
Kretschmann sein Lieblingswort Bildungsaufbruch nur etwas seltener in
den Mund genommen, wäre der Protest der Lehrergewerkschaft GEW wohl
deutlich verhaltener ausgefallen. Doch während Sachsen jetzt seinen
Etat für die Schulen aufstockt, streicht die Regierung in
Baden-Württemberg bei den Lehrerstellen drastisch zusammen. Ein
Bildungsaufbruch sieht anders aus.
Nun ist Kretschmann in der Realität angekommen. Ehrlicher wäre es
gewesen, wenn er schon vor seiner Wahl über unbequeme Wahrheiten
gesprochen hätte. Die Sanierung des Landeshaushalts ist
verantwortungsvoll und notwendig, um die Schuldenbremse einzuhalten.
Das aber ist mit unpopulären Entscheidungen verknüpft. Den Rotstift
anzusetzen gelingt nicht, ohne dass es jemanden schmerzt.
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Datum: 11.07.2012 - 22:00 Uhr
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