Neue OZ: Kommentar zu Musik / Rolling Stones
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Der Bundeskanzler hieß Konrad Adenauer und der amerikanische
Präsident John F. Kennedy. Der Kitt in der Berliner Mauer war noch
nicht ganz trocken, und die Menschheit musste noch sieben Jahre lang
von der ersten Landung auf dem Mond träumen, damals, als die Rolling
Stones zum ersten Mal auf der Bühne standen.
Wenn ein paar Menschen 50 Jahre lang zusammen Musik machen, hat
das Bewunderung und Respekt verdient. Wenn sie damit Millionen andere
auf dem gesamten Globus faszinieren und Tausende Bands beeinflussen,
ist es ein einmaliges Phänomen. Längst ist die herausgestreckte Zunge
ein Markenzeichen von ähnlich hohem Wiedererkennungswert wie der
Coca-Cola-Schriftzug und Mick Jagger vermutlich bekannter als Barack
Obama.
Adenauer und Kennedy sind tot, die Mauer ist wieder gefallen, auf
dem Mond landen schon lange keine Menschen mehr. Aber die Rolling
Stones stehen immer noch auf der Bühne, oder haben es zumindest noch
mal vor. Totgesagt wurden sie häufig, aber weder Drogenexzesse noch
persönliche Zerwürfnisse haben die Band gesprengt. Der Rock 'n' Roll
ist zäher, als manch einer glaubt. Von der größten zur dienstältesten
Rock-'n'-Roll-Band der Welt, das ist nicht unbedingt ein
Qualitätssprung, aber womöglich ein Rekord für die Ewigkeit. Wenn es
für eine Tour im Jubiläumsjahr aus gesundheitlichen Gründen nicht
gereicht hat, dann kommen die Stones eben im 51. Jahr ihres
Bestehens. Was soll das Geschwätz von einem "Abschied in Würde"?
Sollen sie doch rocken, bis der Rollator kommt.
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Datum: 11.07.2012 - 22:00 Uhr
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