Meldegesetz: CDU und CSU luden Lobbyisten ein
ID: 681926
Meldegesetzes waren Lobbyisten aus Verbänden und Unternehmen stärker
beteiligt als bisher bekannt. Nach Recherchen von stern.de hatten
Innenpolitiker der CDU/CSU-Fraktion bereits Anfang Dezember 2011 eine
größere Zahl von Interessenvertretern aus der Wirtschaft zu einer
internen Anhörung eingeladen. An der Sitzung unter der Leitung der
Abgeordneten Helmut Brandt (CDU) und Hans-Peter Uhl (CSU) nahmen
neben zwei Vertretern des Bundesverbandes Deutscher
Inkasso-Unternehmen auch Lobbyisten des Gesamtverbandes der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) sowie der Deutschen Post teil, deren
Tochter Deutsche Post Direkt einer der größten deutschen
Adresshändler ist.
Die beteiligten Verbände und Unternehmen bestätigten im Gespräch
mit stern.de ihre Teilnahme an der Anhörung. Der GDV wandte sich
damals bereits gegen die vom Innenministerium favorisierte Lösung,
wonach Anschriften aus dem Melderegister nur bei Einwilligung der
betroffenen Bürger verwendet werden dürften. Stattdessen plädierte
der GDV für die sogenannte Widerspruchslösung, die CDU/CSU und FDP
dann auch gegenüber dem Vorschlag des Innenministeriums präferierten.
Der BDIU wandte sich gegen das vom Innenministerium favorisierte
Verbot der Mehrfachnutzung von einfachen Melderegisterabfragen. Auch
diesem Einwand trug die Koalition Rechnung.
Die CDU/CSU-Fraktion verweigerte auf Anfrage jede Auskunft über
Kontakte der beteiligten Abgeordneten mit Lobbyisten. "Das wollen wir
nicht sagen", sagte eine Sprecherin. Christian Humborg von der
Antikorruptionsorganisation Transparency International forderte
angesichts des Vorgangs mehr Transparenz beim Lobbyeinfluss auf die
Gesetzgebung. Deutschland brauche einen "legislativen Fußabdruck",
damit "deutlich wird, wer an der Entstehung eines Gesetzentwurfs
beteiligt war", sagte Humborg stern.de. Gemeint ist eine Regelung,
die Regierung und Parlament dazu zwingt offenzulegen, welche
Interessenvertreter ihre Spuren bei einem neuen Gesetz hinterlassen
haben.
Den gesamten Text lesen Sie unter: www.stern.de/meldegesetz
Pressekontakt:
stern-Büro Berlin
Telefon: 030-20224-0
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.07.2012 - 12:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 681926
Anzahl Zeichen: 2446
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 210 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Meldegesetz: CDU und CSU luden Lobbyisten ein"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Gruner+Jahr, stern.de (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Gruner+Jahr, stern.de
BEE: Bundesregierung darf Ziele für Energiewende nicht aufgeben ...
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert die Bundesregierung auf, an den Zielen für die Energiewende festzuhalten und diese auch gegen die Widerstände in den eigenen Reihen durchzusetzen. Vor allem müsse sie an dem Vorrang für Ökostrom festhalten: "Der so genannte Einspei
stern-Umfrage: Gutes Zeugnis für Seibert ...
Die meisten Bundesbürger bescheinigen Regierungssprecher Steffen Seibert trotz des Kommunikationspatzers beim jüngsten EU-Gipfel eine gute Arbeit. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern gaben rund drei Viertel der Befragten an, sie würden Seibert kennen. Von diesen sagten die meiste
Monopolkommission fordert mehr Wettbewerb im Vertrieb deutscher Lotterien - Glückspieländerungsstaatsvertrag: "grundsätzliche Überarbeitung notwendig" ...
Wenige Tage nach seinem Inkrafttreten kommt aus Bonn die erste amtliche Kritik am neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Die unabhängige Monopolkommission hat zu Beginn ihres aktuellen, an die Bundesregierung gerichteten Zweijahres-Gutachtens (19. Hauptgutachten 2010/2011) ausführlich zur
Energiewirtschaftliches Paradoxon gefährdet Planungen der Bundesregierung / Trianel: Ohne langfristige Planungssicherheit keine erfolgreiche Energiewende ...
"Die Energiewende ist ein Generationenprojekt, hinter dem wir uneingeschränkt stehen", erläutert Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH, auf der Jahrespressekonferenz die Position der Trianel. Das Unternehmen hat die neuen Herausforderungen erkannt und stellt a




