Weser-Kurier: Kommentar zum Stellenabbau bei Karstadt
ID: 682437
Berggruen stillgehalten. Als er die schwer angeschlagene
Warenhauskette 2010 aus der Insolvenz übernahm, hatte er zuvor hart
verhandelt. Die Eigentümer der Immobilien waren schließlich bereit,
die Mieten für die Häuser dauerhaft zu senken, die Beschäftigten
haben zwei Jahre lang auf tariflich garantierte Zahlungen verzichtet
und damit einen erheblichen Beitrag zur Sanierung geleistet. Im
Gegenzug haben sie eine Arbeitsplatzgarantie erhalten. Ende August
läuft der Sanierungstarifvertrag aus. Damit endet auch die
Schonfrist. Der Abbau von 2000 Arbeitsplätzen werde sozialverträglich
erfolgen, kündigte Berggruens Statthalter Andrew Jennings an. Wer von
den insgesamt 25.000 Beschäftigten bleiben darf, hat ab September
wieder Anspruch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld nach Tarif. Ein
schwacher Trost, denn die Streichliste im deutschen Einzelhandel wird
immer länger: 2000 Stellen bei Karstadt, 25.000 bei Schlecker, 1400
bei Neckermann. Bei Praktiker sollen 11.000 Beschäftigte auf Lohn
verzichten, der Handelsriese Metro kündigt bis 2015 den Abbau von 900
Stellen an. Und das alles in einem konjunkturellen Umfeld, in dem
Deutschland so gut dasteht wie lange nicht mehr. Daran wird deutlich,
wie bedrohlich die Lage im Einzelhandel ist. Die Margen sind knapp
und der Konkurrenzkampf ist hart. Karstadt hat dennoch gute Chancen,
sich zu behaupten. Denn Berggruen spart nicht nur, er investiert
auch. Zu wenig und zu langsam, findet die Gewerkschaft Verdi. Die
Gewerkschafter kritisieren auch den Abbau von Stellen vor allem im
Bereich Multimedia. Und doch macht dieser Schritt Sinn, denn nicht
einmal Saturn und Media-Markt können sich noch gegen die
Online-Anbieter behaupten. Für Karstadt sind diese Abteilungen nur
ein Klotz am Bein. Doch das klassische Warenhaus in der Innenstadt
hat mit einem attraktiven Angebot durchaus eine Zukunft.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.07.2012 - 20:59 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 682437
Anzahl Zeichen: 2262
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 231 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar zum Stellenabbau bei Karstadt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Börsen-Zeitung: Unerwarteter Angreifer, Kommentar zur Ankündigung von Goldman Sachs, sich stärker dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden zu widmen, von Sebastian Schmid. ...
Goldman Sachs will offenbar raus aus der Nische und stärker als bisher um vermögende Privatkunden werben. Ein entsprechender Bericht des "Wall Street Journal" wurde von der US-Investmentbank zwar zunächst heruntergespielt. Finanzchef David Viniar ließ auf Nachfrage dann aber doch d
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum neuen Opel-Chef ...
Nur fünf Tage hat es gedauert, da benennt General Motors schon einen neuen Chef für seine deutsche Automobiltochter Opel. Das sieht nach Entschlusskraft aus. In Wirklichkeit geschieht hier nichts Halbes und nichts Ganzes. Thomas Sendran darf zwar ans Steuer - im Gegensatz zum Vorgänger Karl-
NRZ: Handel im Strukturwandel / Gegen Online-Shops hilft kein Stellenabbau ...
Karstadt streicht 2000 Stellen, mehr als zehnmal so viele ehemalige Schlecker-Mitarbeiter verlieren ihren Job - und auch bei Neckermann gehen durch Aufgabe des Katalog-Geschäfts 1400 Arbeitsplätze verloren. Da ist es fast eine gute Nachricht, wenn Görtz die Belegschaft der 30 Schuhgeschäfte,
WAZ: Wieder nicht nachgefragt. Kommentar von Sven Frohwein ...
Wer schon einmal einen Mietwagenvertrag in den Händen hielt, dem wird eine Passage ins Auge gefallen sein: "Es ist Ihnen nicht gestattet, mit diesem Fahrzeug in folgende Länder einzureisen", steht da sinngemäß. Wer's doch tut, verstößt gegen die Statuten. Und damit Europcar




