Badische Neueste Nachrichten: Wie viel ist alles?

Badische Neueste Nachrichten: Wie viel ist alles?

ID: 689659
(ots) - Die Euro-Krise treibt seltsame Blüten. So
fordert Spanien jetzt die Deutschen auf, mehr Einsatz und Solidarität
zu leisten. Da scheint jemand zu übersehen, dass ohne die deutschen
Milliardenhilfen das Euro-System längst kollabiert wäre. Der
gemeinsame Schwur von EZB, Frankreich und Deutschland, "alles" zur
Euro-Rettung zu unternehmen, soll beruhigen. Aber wie viel ist alles?
Der spanische Europaminister Iñigo Mendez de Vigo hat sich mit seinem
Tadel an die deutsche Adresse schwer vergriffen. Sein Vergleich, auch
Deutschland habe nach dem Zweiten Weltkrieg ausländische Hilfe
erhalten, hinkt. Offenbar meinte er damit den Marshallplan von 1948,
mit dem die USA Kredite, Rohstoffe und Lebensmittel bereitstellten,
um dem zerstörten Europa Anstöße für seinen Wiederaufbau zu geben.
Diese Parallele ist historischer Humbug. Im Nachkriegseuropa litt
kein Land, weil es über seine Verhältnisse gelebt hatte, sondern weil
alle darbten. Heute erinnert auch niemand die Spanier an ihre
Raubzüge im 16. Jahrhundert, als sie Silber und Gold tonnenweise aus
Amerika erbeuteten. Der Debattenbeitrag aus Madrid ist lediglich ein
weiterer Beleg für einen Diskurs, bei dem die Logik aus dem Ruder
läuft. Ernst gemeint scheint dagegen das deutsch-französische
Versprechen, man wolle "alles" tun, um den Euro zu schützen. Ähnlich
hatte sich zuvor auch Mario Draghi, Präsident der Europäischen
Zentralbank (EZB), geäußert. Wenn das mehr als eine offizielle
Beruhigungspille sein sollte, stellt sich die Frage, welche
ergänzenden Hilfsmaßnahmen damit gemeint sein könnten. Sind bisher
noch nicht genügend Milliarden eingesetzt worden, drohen weitere
Nachschüsse? Angela Merkel und François Hollande gaben der EZB
überraschend grünes Licht für den Ankauf von Staatsanleihen der
kriselnden Schuldenstaaten. Damit segnet Deutschland einen weiteren


Verstoß gegen seine eigenen Prinzipien ab. Denn eigentlich bleibt es
der EZB verboten, sich als Staatsfinanzier zu betätigen. Über die
Bedenken der Deutschen Bundesbank, im EZB-Rat leider in der
Minderheit, setzte sich die Kanzlerin hinweg - ein weiterer fataler
Schritt in Richtung Schuldenunion. Dass die EZB als Feuerwehr
einspringt, beruhigt die Finanzmärkte nur kurzzeitig. Denn Draghis
Vorrat an Löschwasser ist begrenzt. Er reicht allenfalls bis
September, wenn über Griechenland entschieden werden muss und das
Bundesverfassungsgericht sein Urteil fällt. An den Schuldenbergen,
den Reform- und Sparzwängen kann sich niemand vorbeidrücken.



Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar: Telefonate gegen die Euro-Panik Rheinische Post: Neue Bundespolizeispitze soll bereits am Mittwochübernehmen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.07.2012 - 22:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 689659
Anzahl Zeichen: 2907

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Karlsruhe



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 213 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Wie viel ist alles?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Badische Neueste Nachrichten: Der mündige Verbraucher ...
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro


Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten


Rheinische Post: Kommentar: Telefonate gegen die Euro-Panik ...
Der Euro spaltet die Koalition: Auf der einen Seiten stehen die Kanzlerin und Finanzminister Wolfgang Schäuble, die sachlich und unaufgeregt den Ausweg aus der schweren Krise suchen und die Zukunft Europas im Blick haben. Auf der anderen Seite stehen FDP-Chef Philipp Rösler und CSU-Chef Horst Se

Schwäbische Zeitung: Romneys schlichtes Weltbild - Leitartikel ...
Ob die Ungeschicklichkeiten bei seinem London-Besuch, seine Schmeicheleien in Israel oder die Auswahl der Ziele seiner ersten Auslandsreise als US-Präsidentschaftskandidat: Über Mitt Romney wird in Europa der Kopf geschüttelt oder gar hochnäsig gelacht. Doch Europa sollte zur Kenntnis ne

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Euro ...
Die Euro-Krise steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Geduld mit Griechenland ist bis an die Grenzen strapaziert, und in Spanien verschlechtert sich die Situation zusehends. Im Haus Europa ist nichts in der Ordnung, in der es nach mehr als zweijähriger Rettungsarbeit sein sollte. Schrillstes

Rheinische Post: Friedrichs Personal Kommentar Von Gregor Mayntz ...
Ein Minister räumt auf. Der neue Verfassungsschutzpräsident ist noch nicht im Amt, da hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auch schon die gesamte Führungsspitze der Bundespolizei gefeuert. Auch den Chef des Bundeskriminalamtes wird er austauschen. Wandelt sich das Image des CSU-Polit


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z