BERLINER MORGENPOST: Das eigentliche Drama / Leitartikel von Christine Richter

BERLINER MORGENPOST: Das eigentliche Drama / Leitartikel von Christine Richter

ID: 701688
(ots) - Keine Lösung in Sicht: Am Donnerstag tagte der
Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft und beriet über die
Brandschutzprobleme, den Lärmschutz, den Eröffnungstermin und die
BER-Finanzierung. Danach erfuhr man wenig - vor allem wenig zu den
explodierenden Kosten. Wir erinnern uns: Ursprünglich waren für den
Airport 2,4 Milliarden Euro veranschlagt, dann wurde - wie es bei
solchen Großprojekten leider häufig so ist - alles teurer. Allein das
Terminal hat statt 600 Millionen Euro nun schon 1,2 Milliarden Euro
verschlungen. Inzwischen, so die offizielle Version der
Flughafengesellschaft und der Eigentümer Bund, Berlin, Brandenburg,
liegen die Gesamtkosten bei knapp 4,2 Milliarden Euro. Doch das ist
offensichtlich nicht die ganze Wahrheit: Wie aus internen Unterlagen
hervorgeht, sind es schon 4,7 Milliarden Euro. Was für eine
Wahnsinnssumme. Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD), der
stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Platzeck (SPD) und
der Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, Staatssekretär Rainer
Bomba, wollten am Donnerstag über einen "Brückenkredit" in Höhe von
430 Millionen Euro beraten. Das sollte die Flughafengesellschaft vor
der Insolvenz retten, sollte ihr zu neuen Krediten verhelfen und die
EU-Kommission dazu bewegen, neue staatliche Beihilfen zu gewähren.
Doch das Geld würde nicht reichen, sickerte durch, höchstens bis zum
angepeilten Eröffnungstermin 17. März 2013, von dem wiederum jeder
weiß, dass der gar nicht mehr zu halten ist, dass es wahrscheinlich
Herbst 2013 wird. Und so hieß es ohne Details hinterher auch nur, es
werde eine "Finanzspritze" geben. Dem Aufsichtsrat ist es auch
deshalb nicht gelungen, den Menschen in der Region zu vermitteln,
dass man alles im Griff hat, dass die Probleme nun Schritt für
Schritt gelöst werden. Im Gegenteil. Nicht nur der neue Chefplaner -


bei dem man das gut verstehen kann -, auch Wowereit & Co. machen den
Eindruck, als müssten sie sich noch immer einen Überblick
verschaffen. Über die Bau- und Technikprobleme, über die Kosten und
möglichen Schadensersatzforderungen, über den nächsten, dann vierten
Eröffnungstermin. Die, die sich mit diesem Großprojekt ein Denkmal
setzen wollten, wirken immer ratloser. Das spüren auch die Menschen
in der Region, die inzwischen deutlich Kritik an Wowereit, dem
Aufsichtsratsvorsitzenden, aber auch an Platzeck äußern. Dabei hat
die große Mehrheit der Berliner und Brandenburger gar nichts gegen
den neuen Großflughafen BER. Sie hätten sich sicherlich auch damit
abgefunden, Blamage hin oder her, dass der Eröffnungstermin einmal
verschoben werden musste. Die Menschen haben vor allem etwas dagegen,
wenn für solch ein Großprojekt wegen eines katastrophalen Managements
und immenser Planungsfehler immer mehr Millionen, Milliarden gar
ausgegeben werden müssen. Geld, das man so dringend für Kitas, für
Schulen oder auch für die Straßensanierung braucht. Die Kosten, die
sind das eigentliche Drama.



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Datum: 16.08.2012 - 20:27 Uhr
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