Mittelbayerische Zeitung: Energiesparen? - Cool
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Die Energielieferanten dieser Welt haben mal wieder genug vom
Wertverfall der Währungen. Her mit dem Vorwand für Preissteigerungen
und die Scheichs haben ihren Inflationsausgleich eingefahren. In
Zeiten überbordender Staatsschulden ist wenig Hoffnung, dass sich
vorerst daran etwas ändert. Wir werden lernen müssen, mit der
Inflation zu leben. Was jedoch nicht heißt, von einer Zumutung zur
nächsten zu stolpern. Beispiel: Energiesparen. Uncool, klar.
Schlimmer geht's kaum, als für eine AAA-Birne 16,90 Euro oder ein
schmalbrüstiges E-Auto 30 000 Euro zu verlangen. Es sei denn, die
Stimmung kippt, wie gerade in den USA. Ausgehend von der Ostküste,
wird Umweltschutz zum Lifestyle-Attribut und erhält Lob durch die
Gesellschaft, melden Sozialforscher. Wer gilt hierzulande als cool,
wenn er für den Gelben Sack sammelt oder Altpapier und Altglas
trennt? Eben. Aber Umweltschutz muss cool werden. Da wir Deutsche
grundsätzlich eher uncool, dafür aber begnadete Schnäppchenjäger
sind, ist der Weg klar: Eine Belohnung für gesparten Strom und
Heizwärme, für sparsame Autos oder E-Geräte. Zudem könnte dadurch die
Konjunktur angefacht, weniger Betuchte durch sinkende Preise für
Sparprodukte entlastet werden. Umweltminister Altmaiers Abwrackprämie
für Heizungen wäre ein guter Schritt, quasi der Burner ein Jahr vor
der Bundestagswahl...
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Datum: 20.08.2012 - 18:59 Uhr
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