DBU-Förderinitiative Aqualkultur: neues Projekt initiiert
ID: 703560
Frisches Wasser, gesunde Fische: Aquakultur soll nachhaltiger werden
Gelsenkirchener Firma entwickelt umweltbewusste Kreislaufanlagen -
DBU fördert mit 420.000 Euro
Die Artenvielfalt der Meere ist bedroht. Allein die europäischen
Gewässer sind zu mehr als 80 Prozent überfischt. Nachhaltige
Aquakultur soll den Fischbestand und gleichzeitig einen Teil der
Nahrung für die wachsende Erdbevölkerung in Zukunft sichern. "In
wassersparenden Kreislaufanlagen entstehen jedoch hohe Nitrat- und
Partikelkonzentrationen. Sie gefährden die Gesundheit der Fische",
sagt Steffen Richter, Mitarbeiter der MaxFlow Membran Filtration
(MMF) aus Gelsenkirchen. Um die Wasseraufbereitung in der
Fischhaltung zu verbessern, entwickelt die MMF einen neuen Reaktortyp
zur Nitrat- und Partikelentfernung mit eingebautem
Membranreinigungsverfahren. Nachdem in einer ersten Phase das
Verfahren mit Laborreaktoren und Karpfenbesatz erfolgreich untersucht
worden war, sieht die nun anlaufende zweite Phase Langzeitversuche
mit einer größeren Anlage vor. Insgesamt fördert die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Projekt mit rund 420.000 Euro.
"Für eine optimale Nutzung des Kreislaufwassers und die Gesundheit
der Fische ist die Wasserqualität sehr wichtig. Aber tierärztliche
Vorgaben für die Reinigung werden in der Praxis oft nur unzureichend
erfüllt", betont DBU-Experte Franz-Peter Heidenreich. "Herkömmliche
Aufbereitungsverfahren vermindern zwar die Bakterienzahl im
Kreislaufwasser, vollständig entfernt werden sie aber nicht", ergänzt
Diplomingenieur Richter von der MMF. Aus diesem Grund sollten nun
Membranen mit kleineren Poren eingesetzt werden. Doch auch die
setzten sich durch Biofilme zu und müssten gereinigt werden. Als
Lösungsansatz zeichneten sich spezielle offenporige bewegte Granulate
als Trägermaterial für Mikroorganismen ab. Durch Wasserströmung
wirbelten sie gegen die Membranen und rieben so den Biofilm ab.
Gleichzeitig entfernten die Mikroorganismen die sich im Wasser
befindlichen Nitrate biologisch.
Zum einen werde untersucht, wie sich die biologische
Kreislaufwasserreinigung mit den neuen Granulaten über die Membranen
technisch umsetzen lasse. Zum anderen werde beurteilt, wie wirksam
die Membranmodule in dieser neuen Anwendung sind, so Richter weiter.
Verlaufen die Langzeitversuche erfolgreich, soll das entwickelte
Membran-Granulat-System in einer kommerziellen
Fischproduktionsanlage, z.B. für Flussbarsche, Zander, Welse oder
Tilapia, getestet werden.
Heidenreich: "Die geplante Technologie ist nicht nur fisch-,
sondern auch umweltfreundlich. Sie verbraucht weniger Frischwasser
und steigert die Energieeffizienz. Zudem brauchen Betriebe eine
einfach zu bedienende und sichere Technik, um die Fische in
Kreislaufanlagen aufzuziehen." Kooperationspartner des Projekts sind
der Arbeitsbereich Hydrobiologie und Organische Spurenanalytik des
Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
der Universität Stuttgart und die Abteilung Fischkrankheiten im
Zentrum für Infektionsmedizin an der Tierärztlichen Hochschule
Hannover.
Pressekontakt:
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- Pressesprecher -
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Anneliese Grabara
Kontakt DBU:
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633521
Telefax: 0541|9633198
presse@dbu.de
www.dbu.de
Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Dipl.-Ing. Steffen Richter MaxFlow Membran Filtration GmbH
Magdeburger Straße 16a
45881 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/98099-862
E-Mail: steffen-richter@ maxflow-gmbh.com
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Datum: 21.08.2012 - 09:50 Uhr
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