Lausitzer Rundschau: Zum heutigen Fest der Vielfalt in Spremberg
ID: 704322
schlechte Sache ins Gute dreht. Heute feiert die RUNDSCHAU gemeinsam
mit der Stadt Spremberg und den Spremberger Filmnächten das Fest der
Vielfalt. Ein wichtiges Ausrufezeichen mit einer klaren Botschaft,
die da lautet: Diese Stadt ist tolerant und offen und lässt sich
ihren Namen nicht von ein paar finsteren Gestalten in den Dreck
ziehen. Es war Ende April, als die Redaktion der RUNDSCHAU in
Spremberg feige attackiert wurde. Die Täter hinterließen einen
schmutzigen Fingerabdruck: Tierinnereien, Blut und Schmierereien. Die
Botschaft war eindeutig: Die Redakteure der RUNDSCHAU sollten Angst
bekommen, nachdem sie intensiv zum Thema Neonazismus recherchiert und
darüber berichtet hatten. Doch das Gegenteil traf ein, die Absichten
der Neonazis, die Heimatzeitung der Lausitzer mundtot zu machen, ging
nicht auf. Die Redaktion versprach ihren Lesern, ihre Recherchen zum
Thema noch intensiver zu betreiben, ihr journalistisches Werk mit
noch mehr Herz und Verstand zu verrichten. Sie hielt Wort. Und wird
es weiter tun. Unaufgeregt und ohne Hass, sachlich. Die Spremberger
Täter zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen die Fähigkeit fehlt, die
Meinung anderer zu ertragen oder gar zu durchdenken. Neonazis
generell sind geprägt von einer extrem engen Weltsicht, geringem
Einfühlungsvermögen und intellektueller Zurückgebliebenheit. Das
alles ist aber nicht strafbar. Wenn jemand gerne in einem
fensterlosen Kellerloch wohnen möchte, so mag er das tun - die
Gesellschaft ist offen genug, bizarre Lebensweisen zu akzeptieren.
Niemand wird dazu verdonnert, die mannigfaltige Schönheit und
Vielfalt des Lebens zu genießen. Auf seiner privaten Bühne darf auch
der Schmächtigste unter ihnen den Übermenschen mimen. Auch damit
überschreitet er noch nicht die Grenzen des Erlaubten, so lange er
sich nicht selbst und andere gefährdet. Das Ende der Toleranz ist
allerdings erreicht, wenn dieser dunkle Geselle meint, er müsse seine
kruden Vorstellungen, verbrämt mit wirren neonazistischem
Gedankengut, anderen aufzwingen. Dann muss sich die Gesellschaft
wehren. Der Hintergrund des heutigen Festes ist also ernst. Angesagt
ist dennoch ein fröhliches Fest mit Musik, Tanz und Theater. Dieses
Fest der Vielfalt ist das Gegenmodell zum dunklen
Kellerloch-Nazismus. Fröhlichkeit schlägt dumpfen Hass,
Nachdenklichkeit überwindet einfältige Überheblichkeit, Offenheit
verdrängt Heimtücke und Hinterlist. "Gesicht zeigen", nennt
Landtagspräsident Gunter Fritsch das. Kommen Sie einfach vorbei,
zeigen Sie Gesicht, feiern Sie mit uns, haben Sie Spaß - wir freuen
uns auf Sie!
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
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Datum: 21.08.2012 - 19:58 Uhr
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