Neue OZ: Kommentar zu Griechenland
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Hinter den Kulissen muss die Bundesregierung sich auf den Austritt
der Griechen aus dem Euro vorbereiten. Alles andere wäre fahrlässig
und unverantwortlich. Aber damit ist noch nicht gesagt, dass dieser
Fall auch tatsächlich eintritt. Es ist nur wichtig, dass Deutschland
sich absichert. Dass der Finanzminister auch darüber nachdenkt, ist
daher so sinnvoll wie der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für
Autofahrer - für alle Eventualitäten. Großes Aufheben machen die
Verkehrsteilnehmer davon indes nicht. Und es ist klug, wenn sich das
Finanzministerium ebenso verhält.
Auch muss die Bundesregierung aufhören, sich ständig selbst ein
Bein zu stellen: Von der Kanzlerin heißt es zwar immer, die Hellenen
sollten in der Gemeinschaftswährung gehalten werden. Doch aus
Berliner Regierungsfraktionen, teils sogar von der Regierungsbank
selbst, erschallt stets der Ruf, Athen aus dem Euro zu drängen. Wenn
Merkel dem nicht mit Nachdruck Einhalt gebietet, könnten sich diese
Sticheleien noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung aufschwingen.
Natürlich lässt sich der Euro nicht retten, wenn Athen die
Reformzügel schleifen lässt, etwa bei Privatisierungen. Erschwert
werden die griechischen Bemühungen aber durch die Querschüsse aus
Deutschland. Unterblieben diese, könnte sich das Land stärker auf
seine Hausaufgaben konzentrieren. Je weiter Athen hier vorankommt,
desto besser ist das Land aufgestellt. Auch für einen Euro-Austritt.
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Datum: 24.08.2012 - 22:00 Uhr
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