Weser-Kurier: Kommentar zur Insolvenz der P+S-Werften
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gefüllt. Bis Mitte kommenden Jahres müssten sich die Schiffbauer in
Wolgast und Stralsund eigentlich überhaupt keine Sorgen machen. Wie
gesagt: eigentlich. Trotzdem ist die Werft aus ihrer letzten Krise
vor drei Jahren direkt in die nächste Krise geschlittert. Reflexhaft
könnte man sagen: Das ist eine Auswirkung der weithin bekannten
Probleme der Schiffbaubranche in Deutschland und der ganzen Welt -
deutliche Überkapazitäten und wenig Innovationen. Doch das wäre viel
zu kurz gegriffen, denn die Auftragsbücher sind ja voll. Der neue
Geschäftsführer Rüdiger Fuchs meint, die Ursache für die Schieflage
schnell ausgemacht zu haben: gravierende Fehler im Management. War es
damals das krampfhafte Festhalten an Containerschiffen, ist es
diesmal der völlig überstürzte Umbruch hin zu Spezialbauten. Trifft
seine Behauptung zu, Schiffe seien zuletzt nach unvollständigen
Unterlagen gebaut worden, ist dies ein handfester Skandal. Die
Existenzen der rund 2000 Mitarbeiter im strukturschwachen
Mecklenburg-Vorpommern wären leichtfertig aufs Spiel gesetzt worden.
Da ist es auch kein Wunder, dass Neubauten noch Monate nach ihrem
offiziellen Ablieferungstermin mit ungelösten technischen Problemen
am Ausrüstungskai liegen und kein Geld einbringen. Bei den
P+S-Werften geht es also vorwiegend um interne Probleme. Die gilt es
so schnell wie möglich zu lösen. Geschäftsführer Fuchs bleibt dabei
zu wünschen, dass er in den kommenden Monaten die Oberhand über die
Werften behält. Ein Störfeuer durch nervöse Kunden und Zulieferer
könnte die Rettungsaktion schnell vor unlösbare Aufgaben stellen.
Setzen Management und Belegschaften alles daran, ihre Aufträge sauber
abzuarbeiten, fließt auch schnell wieder Geld. Sogar auf
Folgeaufträge können die Werften in Wolgast und Stralsund hoffen -
ihre neuen Fachgebiete sind europaweit gefragt. So ist eine Rettung
des Patienten P+S durchaus möglich.
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Datum: 29.08.2012 - 20:36 Uhr
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