Neue OZ: Kommentar zu Sterbehilfe
ID: 709993
Dass gewerbsmäßige, also bezahlte Beihilfe zum Suizid künftig
bestraft werden soll, macht den Gesetzentwurf der Justizministerin
grundsätzlich begrüßenswert. Wenn da nicht ein gewaltiger Haken wäre,
der die gute Absicht ruiniert: dass es ausschließlich um das auf
Gewinn ausgerichtete Geschäft mit der Sterbehilfe geht.
Denn im zu Recht umstrittenen Entwurf ist dies nicht ein Aspekt
unter vielen, die nun schärfer geahndet werden sollen - sondern der
einzige. Das ist zu wenig. Verständnis haben Taten aus Mitleid
verdient. Aber verschont bleiben weiterhin überzeugte Suizidhelfer,
die sich durch ihr Tun vielleicht nicht finanziell bereichern, aber
dennoch systematisch und wiederholt handeln, getarnt als Verein oder
auch einfach als Privatperson.
Und so entlarvt die aktuelle Debatte, dass in Deutschland dringend
eine Grundsatzfrage zur Sterbehilfe geklärt werden muss: Geht es ums
Geld oder ums Prinzip? Sind wir eine Gesellschaft, die sich davon
distanziert, ja, die sogar unter Strafe stellt, dass Menschen
Sterbewilligen systematisch beim Sterben helfen? Beantworten wir
diese Frage mit Ja, muss der Gesetzentwurf überarbeitet werden. Denn
dann darf es keine Rolle mehr spielen, ob sich ein Todesengel
bezahlen lässt oder nicht.
Der Aufschrei aus Politik und Öffentlichkeit zeigt, dass sich das
Bundeskabinett diese Frage hätte stellen müssen, bevor es den
Vorschlag durchwinkte. Noch ist es aber nicht zu spät, nachzubessern.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.08.2012 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 709993
Anzahl Zeichen: 1806
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 242 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue OZ: Kommentar zu Sterbehilfe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Angesichts explodierender Kosten in der Pflege fordert CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann, erwachsene Kinder künftig früher an den Kosten ihrer pflegebedürftigen Eltern zu beteiligen. "Ich sehe die Möglichkeit, die Einkommensgrenze, bei der man zu den elterlichen Pflegekosten herangezogen w
Wolfgang Kubicki: "Eine inhaltliche Neuaufstellung auf dem Parteitag brauchen wir nicht" / Designierter FDP-Parteichef will ehemalige Wähler "mit klarer Sprache" zurückholen ...
Der Kandidat für den FDP-Parteivorsitz, Wolfgang Kubicki, hat kurz vor dem Parteitag der Liberalen in Berlin erklärt, dass er eine inhaltliche Neuaufstellung der FDP derzeit nicht für notwendig hält. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte der 74-Jährige: "Eine inhaltliche N
Wolfgang Kubicki will E-Auto-Subventionen streichen / Designierter FDP-Parteichef hält Förderung für nicht zielführend - "Französische und chinesische Anbieter und reiche Eltern profitieren& ...
Der designierte FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki hält die staatliche Förderung von E-Autos für nicht zielführend und würde sie komplett streichen, um mit dem Geld Steuersenkungen zu ermöglichen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte er: "Die E-Mobilitäts-Subventionen kön
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
Neue OZ: Kommentar zu Fachhochschulen ...
Aus dem Schatten Mehr und mehr treten die Fachhochschulen aus dem Schatten der Universitäten, sei es bei Studentenzahlen, Fördermitteln oder Neugründungen. Die europaweite Angleichung der Abschlüsse im Zuge des Bologna-Prozesses hat den Stellenwert der Fachhochschulen gestärkt. Schön, d
Lausitzer Rundschau: Grabenkampf um viel Geld Regierung beschließt Senkung des Rentenbeitrags ...
Wieder einmal geht es um Milliarden. Doch diesmal aus einem sehr erfreulichen Grund. Verbände und Politiker streiten munter darüber, was mit dem überschüssigen Geld geschehen soll, das sich dank des deutschen Wirtschaftswunders auch in der gesetzlichen Rentenversicherung angesammelt hat. Die
BERLINER MORGENPOST: Die Rentenkasse ist keine Sparkasse / Leitartikel von Jochim Stoltenberg ...
Wozu sind eigentlich Gesetze gut, die Politiker nicht gelten lassen wollen, wenn es ernst wird? Und was sind das eigentlich für Politiker, die sich nicht an das halten wollen, was sie selbst beschlossen haben? Fragen, die sich angesichts des heftig entbrannten Streits über die Senkung des Beit
Mittelbayerische Zeitung: Für Luft bezahlen Schwarz-Gelb kassiert die Stromkunden schamlos ab. Dadurch gerät die Energiewende in Misskredit. Leitartikel von Stefan Stark ...
Als Windmacher kann es Peter Altmaier noch zur großen Meisterschaft bringen. Nach 100 Tagen im Amt ist zwar keines seiner 100 000 Probleme bei der Umsetzung der Energiewende kleiner geworden. Doch der neue Umweltminister verstand es bislang, mit seiner öffentlichkeitswirksamen Selbstinszenieru




