Südwest Presse: Kommentar zum Ärzte-Honorar
ID: 721059
Honorarforderungen durchzusetzen. Der Hausärzteverband will die
Krankenkassen nicht ärgern, mit denen er Extraverträge geschlossen
hat. Das gilt auch für einige Facharztgruppen, für die Ärzteverbände
wie Medi ebenfalls Sonderkonditionen vereinbart hat. Das schwächt die
Protestaktionen. Deshalb könnte es gut sein, dass die Krankenkassen
unnachgiebig bleiben. Dabei gibt es gute Gründe, die Vergütung der
Praxisärzte aufzustocken. Patienten werden überwiegend in Arztpraxen
versorgt. Dennoch erhalten diese allenfalls 15 Prozent aus dem
Kassentopf, den Beitragszahler pro Jahr mit mehr als 180 Milliarden
Euro füllen. Doch ein Zuschlag allein ändert viel zu wenig an dem
unzumutbaren System der Honorierung, das nach wie vor auf einer
Quartalspauschale pro Krankem beruht und die Zahl der Patienten
festschreibt, die ein Arzt in drei Monaten behandeln darf. Allein der
Pauschbetrag zwingt den Kleinunternehmer Praxisarzt dazu, die
Behandlung nicht allein nach den Regeln der Heilkunst auszurichten,
wie es seine Berufsordnung vorschreibt. Er beginnt ökonomisch zu
denken. Für die Versorgung der Patienten hat dies fatale Folgen. Denn
es geht nicht mehr um die medizinische Kunst, sondern zunehmend um
das Erschließen von Einnahmequellen. Ärzte sind gemäß ihren
verantwortlichen Aufgaben und ihrer Ausbildung zu bezahlen. Dies muss
sich auf ihre Tätigkeit am Patienten beziehen. Leider geht es im
Honorarstreit nicht um eine Totalreform der Vergütung. Die haben die
Ärztefunktionäre mitzuverantworten, die mit den Kassen jetzt um mehr
Geld feilschen.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.09.2012 - 20:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 721059
Anzahl Zeichen: 1888
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 211 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: Kommentar zum Ärzte-Honorar"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Südwest Presse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Südwest Presse
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Deutschlands Schulden ...
Geben ist nicht nur seliger denn Nehmen, sondern für viele Politiker auch einfacher. Das Verteilen von Wohltaten, das Ausgeben von Geld, das einem nicht gehört, soll die Machterhaltung - sprich Wiederwahl - sichern. Der Blick auf den Schuldenstand der öffentlichen Kassen zeigt, dass parteipoli
Mittelbayerische Zeitung: Mehr Gelassenheit Kommentar zum Förderwahn bei Kindern ...
Wenn Eltern heute ein Kind bekommen, ist das nicht mehr nur Anlass zur Freude, sondern wirft gleichzeitig viele Fragen auf: Wann startet der nächste Kurs im Babyschwimmen? Wie früh sollte man mit dem Fremdsprachenunterricht beginnen? Und hätte sich das Kind nicht doch besser entwickelt, wenn
WAZ: Das Einstiegs-Ticket. Kommentar von Theo Schumacher ...
Leichtes Spiel hatte das Sozialticket nie. Es sollte Menschen mit wenig Einkommen die Chance bieten, mobil zu sein - damit endete auch schon die Gemeinsamkeit. Umstritten war der Preis. 29,90 Euro erschienen vielen zu hoch, um das Etikett "sozial" beanspruchen zu können. Absurd wurde es
WAZ:Ärztehonorare gerechter verteilen. Kommentar von Daniel Freudenreich ...
Die Ärzte werden womöglich ihre Praxen schließen, um mehr Honorar durchzudrücken. Damit tun sie sich keinen Gefallen. Sie tragen den Honorarstreit mit den Kassen auf dem Rücken der Patienten - dem schwächsten Glied der Kette - aus. Ob diese Verständnis für verriegelte Praxistüren haben,




