Agrarkraftstoffe: kaum Nutzen, viele Probleme / Bioland fordert Quotenausstieg in Deutschland
ID: 721465
Förderung von Agrokraftstoffen zu stoppen und fordert die
Bundesregierung auf, diesem Beispiel zu folgen. "Die Quotenregelung
zugunsten von Agrotreibstoffen ist aberwitzig. Sie gerät hinsichtlich
Umweltschutz und Lebensmittelproduktion immer mehr zum Desaster, vor
allem wenn man bedenkt, dass Agrokraftstoffe gegenüber herkömmlichen
Treibstoffen keine signifikanten Emissions-Einsparungen aufweisen",
sagt Bioland-Präsident Jan Plagge.
Die Ergebnisse der von der EU in Auftrag gegebenen Studien
hinsichtlich indirekter Landnutzungsänderungen (iLUC) sind seit
langem bekannt: Weltweit wird Wald gerodet und Grünland umgebrochen,
damit die Flächenverluste für Getreide- und Futtermittelanbau
ausgeglichen werden können. Mit dem Ausstieg aus den staatlich
verordneten Quoten für Agrokraftstoff müssen gleichzeitig
Alternativen gefördert werden. "Statt die Flächenkonkurrenz zu
verschärfen, sollte die Politik zum Beispiel Anreize für die
Entwicklung sparsamerer Autos schaffen", mahnt Plagge.
Die Einwände des Deutschen Bauernverbandes, wonach der EU-Kurs zu
erheblichen Benachteiligungen für hiesige Produzenten führe,
bezeichnet Bioland-Präsident Jan Plagge als unsachgemäß. "Der
Rückschluss des Bauernverbandes irrlichtert in die falsche Richtung.
Anstatt Ängste zu schüren, sollte sich der Bauernverband besser für
nachhaltige Alternativen einsetzen", sagt Plagge. Allein der
Rapsanbau für Agrodiesel belegt in Deutschland fast eine Million
Hektar Ackerfläche - Land, das beispielsweise zur Verdoppelung des
Biolandbaus genutzt werden könnte.
In Deutschland ist die Umsetzung des Ziels, bis 2020 mindestens
zehn Prozent der Kraftstoffe für den Verkehr durch erneuerbare
Energiequellen bereitzustellen, verglichen mit anderen EU-Staaten am
weitesten gediehen. Frankreich will die Quote immerhin auf sieben
Prozent begrenzen, in Österreich wird über eine Einführung des
Treibstoffes E10 noch immer heftig gestritten. "Die Bundesregierung
sollte hier mutig voran gehen und sich für eine nachhaltige
Entwicklung bei der Energie vom Acker einsetzen", sagt Plagge.
Pressekontakt:
Bioland Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz
Pressestelle, Gerald Wehde
Tel.: 0 61 31 / 23 97 9 - 20, Fax: 0 61 31 / 23 97 9 - 27
presse@bioland.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.09.2012 - 12:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 721465
Anzahl Zeichen: 2621
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 182 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Agrarkraftstoffe: kaum Nutzen, viele Probleme / Bioland fordert Quotenausstieg in Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bioland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Bioland e.V.
Verkehrsetat im Bundestag / Ein Haushalt mit Staugarantie / ADAC kritisiert Abhängigkeit von Einnahmen aus der Lkw-Maut ...
Der heute im Bundestag vorgestellte Verkehrsetat für das Jahr 2013 weist nach Ansicht des ADAC keinen Ausweg aus den gravierenden Verkehrsproblemen im deutschen Fernstraßennetz - im Gegenteil. Mit den in Aussicht gestellten 4,885 Milliarden Euro bleiben die Investitionen in den Erhalt sowie de
Apotheker bekräftigen Honorarforderung im Wirtschaftsministerium / ABDA-Präsident Wolf: Arzneimittelversorgung für Patienten muss gesichert bleiben ...
Im heutigen Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler bekräftigte Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die Forderung der Apothekerschaft, das Festhonorar an die tatsächlichen Sach- und Personalkostensteigerungen anzupa
Hartz IV: Scharfe Kritik des Paritätischen an geplanter Regelsatzanpassung ...
Als viel zu niedrig kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die nach Medienberichten für 2013 geplante Regelsatzanpassung in Hartz IV um acht Euro. Die Anpassung beruhe auf einer willkürlich kleingerechneten Datenbasis. Die Bundesregierung begehe damit mutwillig einen erneuten Verfassung
FREIE WÄHLER kündigen nach Verfassungsgerichtsurteil weitere Aufklärungskampagne über Gefahren von ESM und Fiskalpakt an / Aiwanger: Wir treten für solide Staatsfinanzen ein ...
Nach der unter Auflagen erfolgten Zustimmung des Bundesverfassungsgerichtes zu ESM & Fiskalpakt haben sich die FREIEN WÄHLER enttäuscht, aber nicht überrascht gezeigt. Ihr Vorsitzender Hubert Aiwanger kündigte auf einer Landtagspressekonferenz am Mittwoch an, die Bürgerinnen und Bürger




