Südwest Presse: KOMMENTAR · KINDESMISSBRAUCH
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Jüngst hat eine Erhebung in den rund 200 000 Einrichtungen, in
denen sich die über 14 Millionen Kinder und Jugendlichen in
Deutschland regelmäßig aufhalten, ein erschreckendes Ergebnis zu Tage
gefördert: In 25 Prozent dieser Kindergärten, Schulen, Vereine und
Ferienheime gibt es bisher kein Frühwarnsystem oder Konzept zur
Verhinderung von sexuellem Kindesmissbrauch. Offenkundig ist dieses
Thema immer noch nicht in allen Winkeln der Gesellschaft angekommen.
Es wird höchste Zeit. Ebenso traurig aber ist, dass auch die Politik
beim Kampf gegen Missbrauch und bei der Hilfe für Betroffene nach
ersten kraftvollen Ankündigungen im Schatten der spektakulären
Skandale der vergangenen Jahre einen Gang zurückgeschaltet hat. Nach
wie vor mangelt es an Beratungsangeboten, nicht nur im ländlichen
Raum. Die Weigerung der 16 Bundesländer, zusammen 50 Millionen Euro
für den Aufbau eines Hilfssystems für Missbrauchsopfer zur Verfügung
zu stellen, mutet kaltherzig an, selbst wenn man deren aktuelle
Haushaltsprobleme in Rechnung stellt. Schließlich muss auch
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sparen, aber der hat den
Anteil des Bundes in gleicher Höhe bereits bewilligt. Richtig so! Der
Staat allein kann Kindesmissbrauch nicht verhindern, aber er kann
Familien, Kirchen und Vereine eher in die Pflicht nehmen, wenn er
selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Heute ist Weltkindertag. Da
sollten wir uns alle an ein Wort des großen Ulmer Sohnes Albert
Einstein erinnern: "Es gibt keine großen Entdeckungen und
Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt."
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 19.09.2012 - 19:30 Uhr
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