Neue OZ: Kommentar zu Stromriesen/Abschaltverbot für Kraftwerke
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Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen - auf
diese Formel greift die Politik verstärkt zurück. Bei der
Euro-Rettung hat sie eherne Grundsätze über Bord geworfen, jetzt ist
die Energiewende an der Reihe.
Mehr Wettbewerb war lange das Credo im Umgang mit den Stromriesen.
Ihre Netze mussten sie deswegen abgeben, und jetzt - da das Geld für
deren Ausbau fehlt - wächst die Einsicht, dass die Trennung von
Energieerzeugung und -durchleitung wohl ein Fehler war.
Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass man in Berlin nichts
mehr vom freien Spiel der Kräfte bei der Energie wissen will. Das
geplante Abschaltverbot für unrentable Kraftwerke ist allerdings
starker Tobak in Sachen Staatslenkung. Der schmeckt nicht einmal den
Betreibern, die schadlos bleiben sollen.
Die Verbraucher werden ohnehin nicht mehr gefragt. Sie müssen für
die Förderung erneuerbarer Energien zahlen, die Risiken des
stockenden Netzausbaus tragen und beim geplanten Abschaltverbot auch
die Verluste bei den Kraftwerken.
Wo die Regierung die Grenze der Belastbarkeit sieht, hat sie
bisher verschwiegen. So kann man das an sich lobenswerte Projekt
Atomausstieg unbeliebt machen.
Die Stromriesen dazu zu bringen, freiwillig eine
Versorgungsgarantie zu geben, erscheint nach dem Atomkrach mit der
Kanzlerin fast aussichtslos. Dabei wäre es eine gute Gelegenheit für
RWE, Eon & Co., ihr ramponiertes Image aufzubessern.
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Datum: 21.09.2012 - 22:00 Uhr
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