Achtung Autofahrer, Hirsch im Verkehr! / Die Deutsche Wildtier Stiftung warnt vor Wildunfällen im Herbst
ID: 731566
Beziehung! Anlässlich des 6. Rotwildsymposiums, das die Deutsche
Wildtier Stiftung im Oktober veranstaltet, beleuchtet sie das
schwierige Verhältnis zwischen Menschen und Hirschen. Die fünfte
Folge dieser Serie beschreibt den Rothirsch im Spannungsfeld mit dem
Straßenverkehr
Der Rothirsch ist ein ausgeprägter Wanderer. Besonders
wanderfreudig ist er jetzt im Herbst zur Zeit der Hirschbrunft. Seit
Menschengedenken machen sich Hirsche auf den Weg zu ihren
traditionellen Brunftplätzen, um dort mit dem Kahlwild die nächste
Generation Rotwild zu zeugen. Der König wandert nicht nur, um sich
fortzupflanzen: Hirsche sind Tiere des Offenlandes, die bis zu 100
Kilometer am Tag zurücklegen, wenn der Mensch sie lässt! "Doch die
Zersiedlung der Landschaft, Städte- und Straßenbau haben dem Hirsch
seine Wandertouren gehörig vermasselt", sagt Hilmar Freiherr von
Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Deshalb
gerät das größte heimische Landsäugetier bei seinen Wanderungen immer
häufiger auf Kollisionskurs mit dem Menschen: "Dann besteht erhöhte
Gefahr für Wildunfälle!"
Unfälle mit Hirschen können für den Menschen tödlich enden. Ein
männliches Prachtexemplar bringt bis zu 180 Kilogramm auf die Waage,
das spitze Geweih besteht aus harten Knochen und hat eine enorme
Durchschlagkraft. Generell nehmen Wildunfälle zu. Rund eine Viertel
Million Zusammenstöße mit Wildtieren - nicht nur Rotwild - ereignen
sich Jahr für Jahr auf Deutschlands Straßen. Nicht immer gehen
Wildunfälle lediglich mit Blechschäden und damit glimpflich aus.
Mehrere Tausend Menschen werden pro Jahr verletzt. Es kommt immer
wieder zu Todesfällen.
Aus diesem Grund ist das Warnschild "Achtung Wildwechsel"
unbedingt zu beachten! "Sofort die Geschwindigkeit reduzieren,
bremsbereit fahren und die Straßenränder im Auge behalten", empfiehlt
Hilmar Freiherr von Münchhausen. Besonders gefährlich sind
Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld. Kommt es zu einem
Wildunfall, muss zunächst die Unfallstelle gesichert und dann die
Polizei gerufen werden. Die Beamten schalten den zuständigen Jäger
oder Förster ein. Ist das verletzte Tier geflüchtet, sollte sich der
Autofahrer möglichst den Fluchtweg merken und ihn kennzeichnen. "Der
Jäger kann dann der Fährte des Wildes mit einem dafür ausgebildeten
Hund folgen und das Tier von seinem Leid erlösen", empfiehlt Baron
Münchhausen. Er rät außerdem: "Bei Wildunfällen sollte sich der
Mensch unbedingt vom verletzten Tier fernhalten!" Denn der Anblick
des Menschen "tröstet" verletzte Wildtiere keineswegs, sondern
versetzt sie obendrein in Panik. "Dann besteht auch eine
Verletzungsgefahr für den Menschen", betont der Geschäftsführer der
Deutschen Wildtier Stiftung.
Rotwild - eigentlich tagaktiv - ist durch den Menschen zum
dämmerungs- und nachtaktiven Tier geworden. Deshalb ist besonders in
den frühen Morgenstunden und nach Einbruch der Dämmerung mit
Wildwechsel zu rechnen. "Wenn ein Tier bereits die Straße überquert
hat, muss man immer mit nachfolgenden Tieren rechnen", warnt Baron
Münchhausen. "In jedem Fall gilt: Geschwindigkeit reduzieren, von
Fern- auf Abblendlicht schalten und niemals hupen!"
Das 6. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung findet vom
18. bis 20. Oktober 2012 in Moritzburg bei Dresden statt. Im
Mittelpunkt stehen Hegegemeinschaften. Sie sind für die Deutsche
Wildtier Stiftung eine geeignete Organisationsform, um die
Bedürfnisse des Rotwildes mit den Interessen von Landnutzern in
Einklang zu bringen. Weitere Informationen finden Sie unter:
www.DeutscheWildtierStiftung.de
Pressekontakt:
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg,
Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278,
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de
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Datum: 28.09.2012 - 10:24 Uhr
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