Neue OZ: Kommentar zu Kölner Oper
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Die Kritiker haben entschieden, und zwar kulturpolitisch: Indem
sie die Kölner Oper gleichzeitig zum Opernhaus und zum Ärgernis des
Jahres erklären, legen sie den Finger noch einmal in die klaffende
Wunde, die Kulturpolitik und -verwaltung in Köln gerissen haben.
Einseitige Schuldzuweisungen sind dabei fehl am Platz; sicherlich ist
der Streit nicht nur wegen der Kölner Kulturadministration eskaliert,
sondern weil Uwe Eric Laufenberg offenbar nicht der geschickteste
Diplomat ist. Er hat also Teil am Welttheater und an der
Schmierenkomödie.
Der Anlass für Letzteres gibt allerdings doch Grund zur Sorge.
Wieder einmal opfert eine Stadt Teile ihrer Kultur für einen
vergleichsweise geringen Spareffekt. Und das ist keineswegs der
Ausfluss eines Kölschen Klüngels, sondern gängige Politik landauf,
landab. Dabei hätte Köln durchaus aus den Erfahrungen anderer Städte
lernen können: Berlin hat seine Pläne, ein Opernhaus zu schließen,
wieder versenkt, Hamburg hat sich nicht erdreistet, das Altonaer
Museum zu schließen, München denkt gar über einen neuen Konzertsaal
nach. Und Köln? Feilscht um ein knappes Prozent seines Kulturetats.
Dafür zerbröselt nun ein zentrales Segment der Kölner Kultur. Ob
die Oper dort in naher Zukunft wieder Opernhaus des Jahres wird, ist
fraglich. Sicher ist: Das Ärgernis bleibt länger.
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Datum: 01.10.2012 - 22:00 Uhr
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