Weser-Kurier: Zum Schulessen schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 2. Oktober:
ID: 733705
liegt es auf den ersten Blick nahe, auch beim Essen der Kinder zu
sparen. Eine Lösungsstrategie ist zum Beispiel die zentrale
Essensherstellung. Durch die Massenproduktion von Schulessen sollen
niedrige Preise garantiert werden, ohne dass die Qualität des Essens
darunter leidet. Tiefgekühlt oder warmgehalten kommen die Portionen
so in die Schulen. Dort müssen sie nur noch ausgepackt und den
Schülern serviert werden. Jedoch greift dieser Ansatz zu kurz:
Tiefkühlkost kann zwar genauso gut sein, wie frisches Essen, dafür
muss sie aber von fachkundigem Personal zubereitet werden. Um aus dem
Fertigessen aber auch tatsächlich eine gesunde und ausgewogene
Schulmahlzeit zu machen, müssen die Schulen ihren Schülern außerdem
zusätzlich frisches Obst und Gemüse auf den Teller legen. Nur so
ergibt der tiefgekühlte Auflauf eine vollwertige Mahlzeit. Gleiches
gilt für vorgekochte Gerichte, die in Wärmebehältern angeliefert
werden. Dieser Aufwand kostet Geld. Soviel Geld, dass der
Preisvorteil der Tiefkühlware dahinschmilzt. Für viele kleinere
Schulen, die sich keine eigenen Küchen leisten können, mag das eine
gute Lösung sein. Überall dort aber, wo es möglich ist, sollte das
Essen dezentral produziert werden: Wenn Schulen die Mittagstische vor
Ort zubereiten, sparen sie sich die Kosten für lange Transportwege.
Und Fachpersonal müssen die Einrichtungen so oder so vorhalten, denn
irgendwie muss die Versorgung der Kinder ja gewährleistet werden. Und
schließlich hat die dezentrale Versorgung noch einen anderen Effekt.
Massenerkrankungen wie aktuell in Ostdeutschland können auf diese
Weise weitgehend vermieden werden. Denn wenn ein Caterer Probleme mit
schlechtem Essen hat, sind davon nicht gleich Tausende Schüler
betroffen.
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Datum: 01.10.2012 - 22:26 Uhr
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