Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchmesse / Buchpreis
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Jahr um Jahr üben sich die Verlage im Spagat: Ihre Einreichungen
zum Buchpreis sollen gleich zwei Stärken beweisen, den hohen Anspruch
und die Publikumstauglichkeit ihrer Autoren. In der Mehrzahl hat das
bislang Familiengeschichten in historischen Kontexten begünstigt.
Auch diesmal sind die exzentrischsten Positionen außen vor geblieben:
Clemens Setz' Demontage des Mystery-Genres ("Indigo") hat sich so
wenig durchgesetzt wie Ulf Erdmann Zieglers Reflexion auf das Wesen
der Schrift ( "Nichts Weißes").
Ursula Krechel wählt dagegen einen historischen Stoff, der auf
hohe Aufmerksamkeit bauen darf, trägt das Sprachbewusstsein einer
erfahrenen Lyrikerin an ihn heran und mischt Fakt mit Fiktion, eine
Kombination, die Formliebhaber genauso bedient wie
Geschichten-Fresser. Am meisten Spaß macht dieser Preis aber den
Statistikern! Der Suhrkamp Verlag geht leer aus, obwohl jeder zweite
Finalist aus seinem Hause kam. Und die einzige Frau in der Endauswahl
setzt sich gegen fünf Männer durch. Sie werden es ertragen. Was
einmal auf der Shortlist stand, verkauft sich.
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Datum: 08.10.2012 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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