Das Spiel ist aus: Bioplastik-Becher in Fußballstadien als Öko-Schwindel belegt
ID: 740863
Studie des Umweltbundesamtes stellt insgesamt keine Umweltvorteile
biologisch abbaubarer Verpackungen fest - Fünf deutsche
Fußball-Profivereine setzen dennoch auf kompostierbare Wegwerfbecher
- Deutsche Umwelthilfe fordert Einsatz umweltfreundlicher
Mehrweg-Becher in allen deutschen Fußballstadien
Biologisch abbaubare Verpackungen, wie z.B. Tüten, Joghurt- oder
Getränkebecher, sind in der gesamtökologischen Betrachtung nicht
vorteilhafter als solche aus Rohöl. Zu diesem Ergebnis kommt die am
vergangenen Montag (8.10.2012) veröffentlichte Studie des
Umweltbundesamtes und bestätigt damit die Deutsche Umwelthilfe e.V.
(DUH), die bereits in der Vergangenheit auf diese Tatsache
hingewiesen hatte. Dennoch setzen die Fußball-Bundesligisten Bayern
München, 1899 Hoffenheim und VfB Stuttgart sowie die Zweitligisten
1860 München und 1. FC Köln in ihren Stadien weiterhin auf
Einweg-Becher aus maisbasierter Polymilchsäure (PLA). Die DUH fordert
die Vereine auf, den Einsatz der Wegwerfbecher zu beenden und nicht
länger zu behaupten, diese seien umweltfreundlich.
"Die Studie des Umweltbundesamtes entlarvt alle, die es mit dem
Umweltschutz nicht ernst meinen und unter dem Deckmantel
vermeintlicher Umweltvorteile auf Wegwerfprodukte setzen. Der grüne
Anstrich der Bundesligisten blättert ab und macht deutlich, dass sie
mit der Entscheidung für biologisch abbaubare Einwegbecher, die sie
als ökologisch vorteilhaft anpreisen, ein Eigentor geschossen haben",
sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Bereits 2008 hatte eine Ökobilanz zu Bechersystemen gezeigt, dass
biologisch abbaubare Einwegbecher aus PLA nicht umweltfreundlicher
sind als solche aus Rohöl. "Anbau und Verarbeitung von Pflanzen für
diese Becher, belasten Gewässer und lassen Böden versauern. Die
Becher werden auch nicht kompostiert, sondern einfach verbrannt.
Dadurch gehen wertvolle Rohstoffe verloren", erklärt der
DUH-Projektmanager für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Besonders
alarmierend ist die Tatsache, dass Wegwerfbecher zehn Mal mehr Abfall
als Mehrweg-Becher verursachen und zwar unabhängig von dem Material,
aus dem sie hergestellt werden.
Die Verwendung von Mehrwegbechern spart Energie und Rohstoffe, die
dagegen bei der Neuproduktion eines Wegwerfbechers jedes Mal von
neuem benötigt werden. Durchschnittlich wird jeder Mehrwegbecher in
deutschen Fußballstadien 107 Mal wiederbefüllt. Auf diese Weise
lassen sich in der ersten und zweiten Bundesliga pro Saison über 17
Millionen Einwegbecher einsparen und deren CO2-Emissionen mehr als
halbieren. Resch fordert deshalb, den sofortigen Umstieg auf
umweltfreundliche Mehrwegbechersysteme beim Getränkeausschank in
allen Fußballstadien.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Thomas Fischer, Projektmanager Kreislaufwirtschaft, Hackescher Markt
4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-43, Mobil : 0151 18256692, E-Mail:
fischer@duh.de
Daniel Eckold, Pressesprecher, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin,
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold@duh.de
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Datum: 12.10.2012 - 12:04 Uhr
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