Greenpeace-Aktivisten starten zweites Waldcamp im bayerischen Spessart / Landesregierung hält weiter Daten zu Buchenwäldern geheim
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die Kartierung im bayerischen Spessart fort. Mit Maßband und
GPS-Geräten nehmen sie Bäume mit über 50 Zentimeter Durchmesser in
digitale GIS-Karten auf. Diese sollen den Bürgerinnen und Bürgern
zeigen, wo die Naturschätze ihrer Region liegen. Außerdem wollen die
Umweltschützer die zunehmende Industrialisierung der öffentlichen
Wälder dokumentieren. Bayerns Forstminister Helmut Brunner (CSU)
verweigert weiterhin den Schutz von zehn Prozent der öffentlichen
Wälder und hält die zugehörigen Daten zurück. "Wir werden mit unserer
Kartierung weitere Transparenz in Bayerns öffentlichen Wäldern
schaffen, die der Forstminister noch immer verweigert", sagt Martin
Kaiser, Klima- und Waldexperte von Greenpeace.
Bereits im vergangenen Winter waren die Umweltschützer mit einem
sechswöchigen Camp im bayerischen Spessart aktiv. Dies hat zu ersten
Reaktionen von Forstminister Brunner und dem Vorstandsvorsitzenden
der BaySF Rudolf Freidhager geführt. Während sie zuvor sagten, dass
es nichts zu kritisieren gäbe, verkündeten sie im Juni diesen Jahres
einen vorübergehenden Pflanzstopp für die nordamerikanische
Nadelbaumart Douglasie in einem Schutzgebiet. Außerdem sprachen sie
sich gegen die Holznutzung in über 180-jährigen Buchenbeständen 'in
den nächsten Jahren' aus. Sie veröffentlichten zudem Karten dieser
Wälder aus 13 der 41 BaySF-Betriebe.
Bayerische Landesregierung verhindert Bürgerbeteiligung
"Mit den wachsweichen Ankündigungen möchte sich der bayerische
Forstminister nur Luft verschaffen. Eine Kehrtwendung im öffentlichen
Wald sieht anders aus", sagt Kaiser. "Brunner kommt seiner
Aufsichtspflicht nicht nach und stoppt die Säge nicht."
Naturschutzkonzepte im überwiegenden Teil der BaySF-Betriebe sowie
die Pläne über die geplante Waldnutzung der nächsten zehn Jahre
verheimlicht der Vorstandsvorsitzende weiterhin. So haben Bürger
nicht die Möglichkeit sich zu beteiligen. Die Waldbau-Richtlinien,
die die Abholzung alter Buchenwälder vorsieht, verfolgt der
BaySF-Vorstand bis heute.
Anfang dieses Jahres haben Greenpeace-Aktivisten 23.844 alte
Buchen und Eichen erfasst und aus den Daten 17 Karten und Grafiken
erstellt (http://gpurl.de/gpkarten). Die Karten dokumentieren die
Besonderheit des Gebiets und decken auf, wie sehr die industrielle
Forstwirtschaft diese Wälder bedroht. Große Teile des Spessarts
bewirtschaften seit dem Jahr 2005 die Bayerischen Staatsforsten
(BaySF).
Mit jedem Tag der Abholzung geht der Lebensraum seltener
Urwaldarten unwiederbringlich verloren. Greenpeace fordert solange
eine sofortige Einstellung der Holznutzung in allen öffentlichen,
über 140jährigen Buchenwäldern bis zehn Prozent der Staatswaldfläche
rechtlich verbindlich geschützt sind.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Martin Kaiser, Tel.
0171-8780817, oder Pressesprecher Patric Salize, Tel. 0171-8780828.
Fotos und Luftbilder unter Tel. 040-30618-376, Videomaterial unter
Tel. 0171-8781200. Greenpeace-Report "Zerstörung alter Buchenwälder
in Bayern": http://gpurl.de/uVEI4. Greenpeace-Pressestelle: Telefon
040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet:
www.greenpeace.de/buchenwaelder, auf Twitter:
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Datum: 16.10.2012 - 11:45 Uhr
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