Neue OZ: Kommentar zu Biosprit
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Biosprit aus Getreide, Mais und Zuckerrüben galt jahrelang bei
vielen Parteien als Heilmittel gegen den Ausstoß von Treibhausgasen.
Jetzt steht der vermeintliche Öko-Wundertreibstoff vor dem Aus.
Endlich. Spät, aber nicht zu spät leitet die EU-Kommission eine
180-Grad-Wende ein. Denn die Brüsseler Behörde hat nun doch
begriffen: Nahrungsmittel gehören nicht in den Tank, sondern auf den
Teller, solange auf der Welt Hungersnöte herrschen. Zudem ist für den
Klimaschutz nichts gewonnen, wenn etwa wegen der steigenden Nachfrage
nach Soja Waldgebiete abgeholzt werden.
Dass sich die Biosprit-Industrie und einige Lobbyisten der
Agrarwirtschaft empören, ist verständlich. Etliche Firmen
investierten in der Annahme, Länder wie Deutschland hielten an ihren
ehrgeizigen Biosprit-Zielen fest. Jetzt müssen sie die finanziellen
Risiken tragen, weil sie den Sonntagsreden vieler Politiker geglaubt
haben. Dieser Vertrauensbruch ist bitter. Übrigens auch für den
Steuerzahler. Denn der bürgt für die staatlichen Subventionen für die
Biosprit-Branche, die jetzt vor einer ungewissen Zukunft steht. Der
Alternativ-Vorschlag der EU-Kommission ist zumindest nicht so
verrückt, wie er klingt: Statt Getreide soll letztlich Müll in
Motoren landen. Diese sogenannte zweite Generation des Biosprits ist
aber längst nicht marktreif, und teuer. Neuer Zoff ist da
programmiert.
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Datum: 17.10.2012 - 22:00 Uhr
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