Neue OZ: Kommentar zu USA / Wahlen / Debatte
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Auffällig stark hielt sich Barack Obama in der ersten
Fernsehdebatte mit seinem republikanischen Kontrahenten Mitt Romney
zurück. Vielleicht hatte der US-Präsident einen schlechten Tag, die
Belastungen auf den Inhaber dieses Amtes sind schließlich enorm. Sehr
viel wahrscheinlicher erscheint es jedoch, dass Obama eine
ausgesprochen kluge Strategie einer stetig härter werdenden Gangart
anwendet. Dafür spricht, wie er im zweiten Duell die verbale
Schlagzahl erhöht hat. Prompt sprang dabei ein knapper Punktsieg für
Obama heraus. Der Präsident ist bekannt dafür, in den letzten Runden
von Wahlkämpfen zur Hochform aufzulaufen und um jeden Punkt
leidenschaftlich zu ringen.
Romney reitet bereits seit Wochen Attacken auf Obama. Der frühere
Gouverneur lässt nicht locker, denn er hat nichts zu verlieren.
Bessere Angriffspunkte könnten sich Romney auch nicht bieten: Die
Mittelklasse droht weiter abzurutschen, die Schulden türmen sich
unablässig auf, die Arbeitslosenquote bleibt hoch.
Angesichts der gerade noch innerhalb der Grenze des guten
Geschmacks verlaufenden Auseinandersetzung müssten sich mehr
Amerikaner für Politik interessieren. Zwei Kandidaten, die sich
scharf kritisieren, dem Publikum direkt Fragen beantworten und bei
der Moderatorin mehr Redezeit einfordern, bieten mehr als Show: Sie
zeigen Alternativen für den Kurs des Landes auf.
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Datum: 17.10.2012 - 22:00 Uhr
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